Wirtschaft
14.12.2017

Niki-Pleite: Lufthansa wollte nicht auf Landerechte verzichten

Neueste Berichte zum geplatzten Deal um die Fluglinie Niki zeigen: Lufthansa wollte kaum Start- und Landerechte abtreten.

Die Übernahme der österreichischen Fluglinie Niki durch die Lufthansa ist gescheitert, Niki damit pleite. Ausschlaggebender Grund für den Rückzug vom Kauf sei laut Lufthanse das Nein der EU-Wettbewerbshüter gewesen sein. Das kam für manche auch deshalb überraschend, weil Lufthansa-Chef Carsten Spohr noch kürzlich gemeint hatte, man wolle Niki "quasi ohne Slots" übernehmen. Slots sind Start- und Landerechte und im begrenzten Luftraum heiß begehrt. Wer auf diese verzichtet, stärkt die Konkurrenz und damit den Wettbewerb - was wiederum Wettbewerbshütern gefallen sollte.

Nun jedoch kommen neue Details auf: Wie Spiegel Online am Donnerstag berichtete, habe die Lufthansa nämlich nie vorgehabt, den Großteil der Slots abzutreten. Der Konzern dürfte eher die Stärkung der eigenen Stellung im Sinn gehabt haben. Berichten zufolge habe man kaum auf Slots verzichten wollen.

Die Haltung der EU-Kommission würde damit ein Stück weit nachvollziehbarer werden. Die ohnehin bereits marktdominierende Lufthansa hätte sich mit einer solchen Übernahme eine alles dominierende Stellung in Deutschland gesichert.