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Wirtschaft
01/10/2019

Niedriger Zuckerpreis: "Ab Herbst wird es etwas besser."

Die Überproduktion in der EU lässt die Gewinne der Agrana schrumpfen

Der niedrige Zuckerpreis hat den Gewinn der Agrana in den ersten neuen Monaten um 71 Prozent  schrumpfen lassen. Statt 127,6  Millionen Euro im Vorjahreszeitraum sind es heuer lediglich  37 Millionen Euro. Der Grund dafür ist  die Aufhebung der Produktionsquoten für Zucker in der EU im Herbst 2017.  Seither sind die Anbauflächen für Zuckerrüben in der EU um 13 Prozent gestiegen.  Dazu kam, dass es im Vorjahr eine Rekordernte gegeben hat.
Der Generaldirektor der Agrana, Johann Marihart,   rechnet mittelfristig mit einer Stabilisierung der Zucker-Preise:  „Die Hoffnung lebt, dass es ab Herbst etwas besser wird.“ Angesichts des Preisverfalls  sind nun die Anbauflächen in der EU wieder im sinkeng.  Marihart erwartet daher eine „bessere Balance  zwischen  Angebot und Nachfrage“ und somit „weniger Exportdruck“.
Der leicht sinkende Pro-Kopf-Verbrauch von Zucker in Österreich  sei  nicht der Auslöser des Preisverfalls, sagt Marihart.  Es gehe ja nicht nur um den Verbrauch pro   Kopf, sondern auch um den Gesamtverbrauch. Durch die steigende Bevölkerungszahl werde der geringere Pro-Kopf-Verbrauch  kompensiert.
Dass die Anbauflächen für Zuckerrüben im heurigen Jahr gesichert sind,  „kann ich noch nicht sagen“. Laut Marihart ist  „die Stimmung  besser geworden“. Es gibt  mittlerweile eine Notzulassung für Neonicotinoide beim Anbau von Zuckerrüben. Der Umsatz im Segment Zucker  ist  in den ersten drei Quartalen um 26,1 Prozent von rund 550 auf knapp 407 Millionen  Euro gesunken.
Die von der Agrana erzeugte Menge an Biozucker  beträgt etwa 10.000 Tonnen im Jahr.  Die Gesamtproduktion an weißem Zucker macht  in guten Jahren zwischen 850.000 und 900.000 Tonnen aus. Ohne den konventionellen Rübenanbau   gäbe es wohl kaum Zuckerfabriken.
 Ein Zukunftsmarkt sind Stärkeprodukte als Ersatz für Kunststoffe. Von den 180 Millionen Euro an Investitionen im Geschäftsjahr 2019/20  werden mehr als die Hälfte  für den Ausbau des Stärkebereichs verwendet.  Die Diskussion über Alternativen für Plastiksackerl läuft noch.   „Wir haben eine Lösung für Knotenbeutel  zum Verpacken von  Gemüse  oder  Obst“, betont der Agrana-Chef. Die Sackerl sind aus Stärke und zu Haus kompostierbar. Wegen des gesunken Preises für Ethanol ist der Umsatz mit Stärke um 1,7 Prozent gefallen.
Das dritte Marktsegment Frucht blieb stabil.  Der Umsatz in diesem Bereich hat  sich verglichen zum Vorjahr kaum verändert. Die  Agrana- Aktien verlor  rund drei Prozent.