Wirtschaft
11.07.2017

Neuwagen: E-Mobilität boomt, Diesel rückläufig

Utnernehmen und Gemeinden fahren ab auf E-Autos. Massive Zuwächse - allerdings auf einem in absoluten Zahlen sehr niedrigen Niveau.

Der Kauf von neuen Autos boomt in Österreich: Im ersten Halbjahr wurden 186.561 Pkw neu zum Verkehr zugelassen, um 8,6 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, teilte die Statistik Austria mit. Deutliche Zuwächse von 62,4 Prozent gab es bei alternativen Antrieben wie Elektroautos und Benzin-Hybrid-Pkw, ihr Anteil ist mit 6.878 Stück noch relativ niedrig. Die E-Mobilität gewinnt an Bedeutung.

Mehr Benziner, weniger Diesel

Bei den Benzinern gab es ein Plus von fast einem Viertel (23,7 Prozent), ihr Anteil lag bei 45,2 Prozent. Rückläufig waren die Diesel-Neuzulassungen, sie sanken um 4 Prozent, der Anteil lag bei mehr als der Hälfte (51,1 Prozent). Insgesamt stieg die Zahl der neu zugelassen Fahrzeuge in den ersten sechs Monaten um 7,2 Prozent auf 243.223 Kfz.

Bei den alternativ betriebenen Autos waren Benzin-Hybrid-Pkw am beliebtesten: Die Neuzulassungen stiegen um mehr als das Doppelte (+120,9 Prozent) auf rund 3.950 Autos.

Plus 33 Prozent bei E-Autos

Die Neuzulassungen der ausschließlich elektrisch betriebenen Pkw wuchs um 33,4 Prozent auf 2.679 Autos. Der Anteil an den gesamten Neuzulassungen steigt stetig und erreichte im ersten Halbjahr 1,4 Prozent. Zum Vergleich: Im ersten Halbjahr 2013 waren es nur 0,1 Prozent oder 189 Stück. Gekauft werden Elektro-Autos noch immer mehrheitlich von juristischen Personen wie Firmen, Gebietskörperschaften oder Gemeinden - sie erwarben 2.082 Stück (+21 Prozent).

Der Anteil der Privaten lag nur bei 14,3 Prozent: Neu zugelassen wurden 597 E-Autos (+108 Prozent). Die typischen Elektroautokäufer sind ältere Personen und Männer: 63,0 Prozent waren 50 Jahre oder älter, der Anteil der Männer betrug 68 Prozent. Nach Marken lag Renault mit 27,4 Prozent an der Spitze, gefolgt von BMW (20,1 Prozent) und Tesla (19,7 Prozent).

Insgesamt wurden 3.571 Elektro-Kraftfahrzeuge (plus 42,6 Prozent) neu zum Verkehr zugelassen, davon 705 Stück Zweiräder und 100 Elektro-Lkw. In den vergangenen fünf Jahren haben sich die Neuzulassungen elektrisch betriebener Zweiräder mehr als verdreifacht (+237,3 Prozent), die elektrisch betriebenen Lkw haben um 58,7 Prozent zugelegt. Österreich lag 2016 europaweit bei den Neuzulassungen von Elektro-Pkw mit einem Anteil von 1,2 Prozent an zweiter Stelle. Mit Abstand die meisten gab es in Norwegen mit 15,7 Prozent.

Meistverkaufte Marken

Innerhalb der Top-Ten-Pkw-Marken gab es Zuwächse bei Hyundai (+31,2 Prozent), Mercedes (+19,2 Prozent), Seat (+18,0 Prozent), Skoda (+15,5 Prozent), VW (+9,9 Prozent) und Ford (+6,2 Prozent). Rückgänge verzeichneten Audi (-11,4 Prozent), Opel (-8,0 Prozent), BMW (-3,1 Prozent) und Renault (-0,8 Prozent).

Juni-Vergleich

Im Juni 2017 stieg die Zahl der Kfz-Neuzulassungen um 4,2 Prozent auf 46.694 Stück. Bei den Pkw betrug der Zuwachs 5,0 Prozent auf 35.441 Autos. Mit Ausnahme des April (minus 2,9 Prozent) gab es heuer in allen Monaten steigende Pkw-Neuzulassungen. Zweistellige Zuwachsraten gab es im März (+15,3 Prozent), Mai (13,9 Prozent) und Februar (+12,5 Prozent). Im Jänner betrug das Plus 9,7 Prozent.