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Wirtschaft
09/29/2020

Neue Razzia bei Wirecard: Angeblich Geldwäsche-Verdacht

Heute, Dienstag, wurde die Firmenzentrale wieder von Ermittlern besucht.

von Kid Möchel

Die Ermittler der Staatsanwaltschaft München I haben erneut der Konzernzentrale in Aschheim einen Überraschungsbesuch abgestattet Das berichtet die Süddeutsche Zeitung. „Zum wiederholten Male in diesem Jahr durchsuchen die Strafverfolger in diesen Stunden das Skandalunternehmen. Dieses Mal sind die Münchner Ermittler nicht alleine. Offenbar sind auch Beamte des Bundeskriminalamtes im Einsatz; es soll um ein Verfahren der Staatsanwaltschaft Frankfurt gehen“, schreibt die Süddeutsche Zeitung.

Dem Vernehmen nach wird inzwischen auch dem Verdacht der Geldwäsche nachgegangen. „Bei der Financial Intelligence Unit (FIU) in Köln, der deutschen Zentrale für die Bekämpfung der Geldwäsche, sind seit 2017 rund 1000 Verdachtsmeldungen vor allem von Banken in Zusammenhang mit Wirecard eingegangen“, heißt es in dem Bericht weiter. „Bis zum Zusammenbruch des Konzerns im Juni hatte die Kölner Behörde allerdings nicht sehr mehr viel als eine Handvoll Hinweise auf Geldwäsche an das Landeskriminalamt Bayern und die Staatsanwaltschaft München I weitergegeben.“

Die Staatsanwaltschaft München I ermittelt wegen verschiedener Straftatbestände gegen Konzernchef Markus Braun, Jan Marsalek und weitere Vorstandsmitglieder.

Durchsuchung bei Staatsbank

Auch eine 100 Mio. Euro schwere Kreditlinie der Staatsbank KfW für den zusammengebrochenen Zahlungsabwickler Wirecard hat die Ermittlungsbehörden auf den Plan gerufen. "Wir bestätigen, dass Polizei und Staatsanwaltschaft in den Geschäftsräumen der KfW Ipex-Bank Ermittlungen im Zusammenhang mit unserer Finanzierung für Wirecard durchgeführt haben", teilte ein Sprecher der Förderbank KfW am Dienstag auf Anfrage mit.

Die auf Exportkredite und Projektfinanzierungen spezialisierte Tochter KfW Ipex kooperiere mit den Behörden, betonte der Sprecher. Die Frankfurter Staatsanwaltschaft nannte den Namen der durchsuchten Bank nicht, teilte aber mit, es gehe um den Anfangsverdacht der Untreue. Die Staatsanwaltschaft ermittele gegen Verantwortliche einer Bank in Frankfurt. Dem Institut werde vorgeworfen, der Wirecard AG 2018 eine Kreditlinie über 100 Mio. Euro gewährt und diese 2019 noch verlängert zu haben, ohne Absicherungsgeschäfte abzuschließen, um sich vor Verlusten zu schützen.

 

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