© REUTERS/HEINZ-PETER BADER

Banken-Bilanz
08/20/2014

Neuausrichtung beschert Bawag 175 Mio. Euro Gewinn

Die Bilanz für das erste Halbjahr 2014 ist gut ausgefallen. Indes verhärtet sich Swap-Streit mit Linz.

von Kid Möchel

Die Umstrukturierung der Bawag P.S.K., die 1,6 Millionen Kunden hat, trägt reife Früchte. Im ersten Halbjahr 2014 konnte die Bank ihren Netto-Gewinn um 87 Prozent auf 175 Millionen Euro steigern und die operativen Aufwendungen um 17 Prozent senken. Dazu wurden bis Ende Juni weitere 200 Jobs abgebaut. Zugleich wurden die Risikokosten um 41 Prozent verringert.

„Unser Investment in die Neuausrichtung macht sich bezahlt. Die positiven Ergebnisse sind eine Bestätigung unseres Geschäftsmodells“, sagte Bawag-Chef Byron Haynes. Die Bank, die mehrheitlich den US-Fonds Cerberus und Golden Tree gehört, werde den eingeschlagenen Kurs der Effizienzsteigerung fortsetzen. Auch die wichtige Kernkapitalquote (Tier 1), die im Fokus der EU-Bankenaufseher steht, konnte auf 11,2 Prozent verbessert werden. Haynes ist überzeugt, dass sein Haus den sogenannten Stresstest der Europäischen Zentralbank, eine Art Gesundheitscheck, meistern wird. Haynes: „Wir glauben, dass wir gut vorbereitet sind.“ Die Bawag beschäftigt derzeit 3000 Mitarbeiter in 500 Filialen, die sie sich mit der Post teilt. Die Bilanzsumme beträgt 34,5 Milliarden Euro.

Zoff ohne Ende

Indes ist der Millionen-Rechtstreit zwischen der Bawag und der Stadt Linz um die verlustreiche Zinswette „Swap 4175“ zu einem Stellungskrieg ausgeartet. Eine außergerichtliche Lösung ist nicht in Sicht. Es gab bisher nur zwei Gespräche zwischen Haynes und dem Linzer Stadtchef Klaus Luger – ohne Ergebnis. Seitdem herrsche Funkstille. Er sei zu weiteren Gesprächen bereit, so Haynes, aber es fehle der Ansprechpartner in Linz.

„Im Zivilprozess setzt die Stadt Linz ihre Verzögerungstaktik fort“, kritisiert Haynes. So hat Linz hat den bisherigen Richter Andreas Pablik wegen angeblicher Befangenheit abgelehnt. Eine Entscheidung des Handelsgerichts wird in Kürze erwartet. „Linz schuldet der Bank mehr als 500 Millionen Euro“, sagt Haynes zum KURIER. „Es scheint, dass die Verantwortlichen der Stadt im Hinblick auf die finanzielle Lage und die Gemeinderatswahlen im September 2015 alles daran setzen, den Zahltag hinausschieben.“ Auch habe Linz angekündigt, alle Rechtsmittel bis zum Obersten Gerichtshof auszuschöpfen. Haynes: „Aufgrund dieses Szenarios erwarten wir kein rechtskräftiges Urteil vor dem Jahr 2020.“ Die Stadt weist die Vorwürfe zurück.

„Herr Haynes wird in Linz keinen Gesprächspartner finden, der ihm einen entgangenen Wettgewinn von 500 Millionen Euro ersetzt“, sagt Bürgermeister Luger zum KURIER. „Für Vergleichsgespräche über einen allfälligen nachgewiesenen Schaden stehe ich zur Verfügung.“

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