Millionenpleite eines bekannten Wiener Immobilienentwicklers
Das Handelsgericht Wien hat am heutigen Montag ein Konkursverfahren über das Vermögen von Prof. DI Dr. Gerhard Kraml eröffnet. Der Ziviltechniker und Immobilienentwickler gilt seit Jahren als feste Größe in der österreichischen Bau- und Immobilienwirtschaft. Mehrere seiner Unternehmen, darunter die TECNOMEDIA Projektentwicklungs GmbH sowie die Immobilien Invest & Partner First GmbH, sind ebenfalls insolvent.
Gescheiterte Rettungsversuche
Die wirtschaftlichen Schwierigkeiten resultieren laut Creditreform aus einer Kombination von Faktoren: einer angespannten Konjunkturlage, uneinbringlichen Mietforderungen sowie sinkenden Verkehrswerten bei pfandbelasteten Liegenschaften. Kraml hatte versucht, mit Hypothekarbanken eine Anpassung der Rückzahlungsmodalitäten oder eine Ausweitung des Kreditrahmens zu verhandeln – Gespräche, die letztlich scheiterten. Aufgrund der Höhe der Verbindlichkeiten blieb nur der Gang zum Gericht.
33 Millionen Euro Verbindlichkeiten
Laut Creditreform belaufen sich die Verbindlichkeiten auf rund 33 Millionen Euro. Etwa 25 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen. Als Insolvenzverwalterin wurde Anwältin Romana Weber-Wilfert bestellt. Forderungen können bis zum 8. Juni 2026 angemeldet werden.
Sanierungsplan angestrebt
Trotz der Insolvenz verfügt Kraml über ein umfangreiches Immobilienvermögen. Er beabsichtigt, einen Sanierungsplan gemäß § 123b IO vorzulegen, um eine Aufhebung des Verfahrens mit Zustimmung der Gläubiger zu erreichen. Die erste Gläubigerversammlung und Berichtstagsatzung ist für den 22. Juni 2026 anberaumt.
Die Insolvenz gilt als ein weiterer Hinweis auf die zunehmenden Risiken im österreichischen Immobiliensektor, der seit mehreren Jahren unter sinkenden Bewertungen und steigenden Finanzierungskosten leidet. Branchenbeobachter erwarten, dass weitere Projektentwickler unter Druck geraten könnten, sollte sich die Marktlage nicht verbessern.
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