Millionenpleite eines ambitionierten Hotel-Restaurants

Die Verbindlichkeiten werden mit 3,82 Millionen Euro beziffert.
Stempel "Insolvenz" auf Papier

„Die Liebnitzmühle bietet den idealen Rahmen für Fastenkurse – ein Ort, an dem Körper, Geist und Seele inmitten unberührter Natur am Thayaufer zur Ruhe kommen.
Im Sommer 2026 starten wir mit einem besonderen Fastenprogramm, auf das Sie sich freuen können“, heißt es auf der Homepage. "Wir haben uns entschieden, uns mit der umgebenen natürlichen Ruhe zu identifizieren und als "Erwachsenenhotel" alle Gäste ab 12 Jahren herzlich Willkommen zu heißen (ausgenommen Hochzeiten und Seminare).“ 

Die Hotel-Restaurant Liebnitzmühle GmbH & Co. KG mit Sitz in Raabs an der Thaya hat laut Creditreform ein Konkursverfahren am Landesgericht Krems beantragt. Sechs Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen.

Der Hintergrund

„Der ursprüngliche Firmengründer und Errichter des Hotels hat seit dem Jahr 2000 immer wieder Verträge abgeschlossen, die für die Liebnitzmühle nachteilig sind und das Unternehmen finanziell stark belastet haben und in Zukunft belasten werden“, wird im Insolvenzantrag behauptet. „Die Liebnitzmühle war auch durch das Hochwasser im September 2024 betroffen. Im Jahr 2025 mussten massive Instandhaltungs- und Instandsetzungsmaßnahmen durchgeführt werden, die das Betriebsergebnis und Liquidität ebenfalls stark beansprucht haben.“

Und weiters heißt es: „Der aktuelle Betrieb wurde vom eingesetzten Betriebsleiter und gewerberechtlichen Geschäftsführer mit zu hohen Personalkosten geführt und nicht dem Betriebsverlauf bzw saisonalen Schwankungen angepasst. Die Antragstellerin ist weiters auch damit konfrontiert, dass erhaltene Förderungen des Landes Niederösterreich für eine nicht genehmigte Fischaufstiegshilfe zurückzubezahlen sind. Die dafür erforderlichen Mittel können nicht aufgebracht werden.“

Die Antragstellerin sei überschuldet, zahlungsunfähig und sei daher gezwungen, gegenständlichen Antrag auf Eröffnung des Konkursverfahrens zu stellen.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten werden mit 3,82 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 686.400 Euro auf Banken, die besichert sind. Die Schulden aus Lieferungen und Leistungen betragen 377.000 Euro. Die sonstigen Verbindlichkeiten werden mit 1,36 Millionen Euro beziffert und Darlehen von dritter Seite mit 1,275 Millionen Euro. Das freie Vermögen wird mit 614.500 beziffert, davon entfallen 544.000 Euro auf Bauten auf fremden Grund und 70.200 Euro auf das Umlaufvermögen.

Keine Zukunft

Der Betrieb ist faktisch eingestellt. Das Unternehmen kann nicht fortgeführt werden. Die Antragstellerin stimmt einer Schließung zu.

Kommentare