Millionenpleite eines ambitionierten Erdbau-Unternehmens
„Wir übernehmen für Sie einzelne Arbeitsschritte oder führe die komplette Planung und Ausführung Ihres Vorhabens aus. Von der Zulieferung bis hin zur Entsorgung sämtlicher Materialien kümmern wir uns um Ihr Projekt – somit sparen Sie Zeit, Mühe und Geld. Sauberes, sorgfältiges Arbeiten, termingerechte Abwicklung und ein hohes Maß an Flexibilität sind für uns selbstverständlich!", heißt es auf der Firmen-Homepage. "Aufgrund unserer langjährigen Praxis bieten wir Ihnen ein umfassendes Angebot sämtlicher Erdbauarbeiten wie Planieren, Drainagieren, Gartengestaltungen, uvm. Wir beraten Sie fachmännisch und arbeiten schnell, flexibel und zuverlässig."
Über das Vermögen der Baumann Erdbewegung GmbH mit Sitz inSt. Marienkirchen bei Schärding wurde am Landesgericht Ried im Innkreis laut AKV Und Creditreform ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung eröffnet. Die Verbindlichkeiten des 2002 gegründeten Unternehmens belaufen sich auf rund 2,6 Millionen Euro. 36 Arbeitnehmer und etwa 220 Gläubiger sind von der Insolvenz betroffen.
Regional bedeutender Fachbetrieb in Schieflage
Das Erdbewegungsunternehmen mit Sitz in St. Marienkirchen bei Schärding bzw. St. Georgen bei Obernberg ist als regional bedeutender Fachbetrieb überwiegend in Oberösterreich, Salzburg und Niederösterreich sowie in Bayern tätig. Das Leistungsspektrum umfasst Erdbau- und Baggerarbeiten, Transportleistungen mit eigenem LKW-Fuhrpark, Geländegestaltungen und Wegebau sowie die Abwicklung von Großprojekten.
Rezession und gestiegene Kosten als Auslöser
Als Hauptursachen für die wirtschaftliche Krise nennt das Unternehmen die allgemeine Rezession im Baugewerbe, gestiegene Treibstoff- und Materialkosten sowie eine deutliche Verschlechterung der Zahlungsmoral der Auftraggeber. Zusätzlich belastete die massiv angestiegene Zinsbelastung aus bestehenden Finanzierungen die Liquidität. Trotz eingeleiteter Sparmaßnahmen konnte die Zahlungsunfähigkeit nicht abgewendet werden.
Schulden und Vermögen
Dem Verbindlichkeitenberg von 2,59 Millionen Euro steht ein Aktivvermögen von rund 824.000 Euro gegenüber, bestehend aus Anlagevermögen (323.000 Euro) und Umlaufvermögen (501.000 Euro).
Fortführung geplant
Das Unternehmen strebt eine Fortführung des Betriebs an. Zum Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Mag. Robert Tremel bestellt. Gläubiger können ihre Forderungen bis 15. Juli 2026 anmelden. Die erste Gläubigerversammlung findet am 29. Juli 2026 statt, die Abstimmung über den Sanierungsplan ist für den 9. September 2026 angesetzt.
Sanierungsplan mit Mindestquote
Den Gläubigern wird eine Quote von 20 Prozent binnen zwei Jahren angeboten – das gesetzliche Mindesterfordernis für ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung. Die Quote soll aus künftig erwirtschafteten Überschüssen bedient werden, wobei das Unternehmen im Notfall auf Unterstützung durch Dritte verweist. Ob das Angebot noch angepasst wird, ist derzeit offen.
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