Wirtschaft
31.10.2017

Millionenpleite einer Personalleasingfirma

Insgesamt 172 Mitarbeiter sind von den zwei Insolvenzen betroffen. Drohende Nachzahlungen bei Steuern und Sozialversicherungsbeiträgen führten in die Pleite.

Der Firmensitz ist offiziell in Wien, der Betriebsstandort ist tatsächlich in St. Stefan im Lavanttal. Die MLW-Montagen GmbH musste beim Landesgericht Klagenfurt ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragen. Laut den Gläubigerschutzverbänden KSV1870 und Creditreform wurde das Verfahren am Dienstvormittag eröffnet. 118 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Zugleich musste auch der Hauptauftraggeber, die M & L Personal GmbH Insolvenz anmelden. Sie beschäftigt 54 Dienstnehmer.

Die MLW-Montagen GmbH ist im Bereich der Anbringung von Außen- und Innenputzen und der Arbeitskräfteüberlassung tätig. Sie ist Hauptauftraggeberin der M & L Personal GmbH, eines Personalbereitstellungsunternehmens. Grund der Insolvenz sind hohe Abgabennachforderungen, teilt Creditreform mit.

Das Unternehmen MLW-Montagen hat im Geschäftsjahr2013/2014 rund 7,06 Millionen Euro umgesetzt, im Geschäftsjahr 2015/2016 nur noch 6,74 Millionen Euro. In den vergangenen Jahren habe sich aber die Auftragslage so gut entwickelt, dass weitere personelle Kapazitäten nötig waren. Daher wurde die M & L Personal GmbH exklusiv beauftragt.

Ende 2016 führte aber die Finanz eine Betriebsprüfung durch. MLW-Montagen rechnete mit Nachzahlungen in Höhe von 650.000 Euro bis einer Million Euro. Die Prüfung soll nun zum Teil abgeschlossen sein. Sollte es tatsächlich zu einer Nachzahlung in der geschätzten Höhe kommen, kann die MLW diese nicht bedienen. Ohne den Abgabenbescheid abzuwarten, hat die MLW-Montagen die Reißleine gezogen und Insolvenz beantragt.

Schulden und Vermögen

Die Verbindlichkeiten der MLW-Montagen werden mit 2,942 Millionen Euro beziffert, davon entfallen 558.900 Euro auf Dienstnehmeransprüche, 549.800 Euro auf Lieferanten und Leistungen und 200.000 Euro auf sonstige Verbindlichkeiten. Für die Außenprüfung der Finanz wurden 905.000 Euro und für die Gebietskrankenkasse 100.000 Euro rückgestellt, weitere 124.000 Euro Forderungen entfallen auch auf die Finanz. Bei einer Bank sind weitere 75.000 Euro offen, die aber durch zedierte Forderungen besichert sind.

Die Aktiva werden mit 854.000 Euro beziffert, davon entfallen 450.000 Euro auf noch nicht abgerechnete Leistungen und 365.000 Euro auf offene Forderungen; 29.000 Euro liegen auf einem Bankkonto und 10.000 Euro soll die Geschäftsausstattung samt Fahrzeugen wert sein.

Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Dafür wird aber ein Fortführungskredit nötig sein. Die Hausbank soll grundsätzlich zu einer weiteren Finanzierung bereit sein.