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Wirtschaft
07/13/2022

Millionenpleite einer Firma für Nahrungsergänzungsmittel

Das Unternehmen hat rund zehn Millionen Euro Schulden und hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beantragt.

von Kid Möchel, Dominik Schreiber

"Durch die Coronakrise ist es zu massiven Umsatzeinbußen gekommen. Darüber hinaus hat der Brexit zu einem temporären Wegfall des Geschäfts in Großbritannien geführt. Hinzugetreten sind die Auswirkungen und regulatorischen Unsicherheiten im Zuge der „Novel Food“-Debatte", zitiert der AKV aus dem Insolvenzantrag. "Der Expansionskurs des Unternehmens und die Vorlaufzeiten im Anschaffungsprozess haben zu einer Kapitalbindung geführt und die erforderlichen Kostensenkungen konnten nur mit zeitlichen Verzögerungen umgesetzt werden."

Die Rede ist von der Deep Nature Project GmbH mit Sitz in Gols, Burgenland. Sie hat ein Sanierungsverfahren ohne Eigenverwaltung beim Landesgericht Eisenstadt beantragt. Bei der Antragstellerin handelt es sich um eine der führenden europäischen Hersteller und Vertreiber von Bio-Hanf und Vitalprodukten. 40 Mitarbeiter und 150 Gläubiger sind betroffen. Die Gehälter wurden einschließlich Mai bezahlt. Die Passiva werden mit zehn Millionen Euro beziffert, die Aktiva müssen erst bewertet werden.

Die Deep Nature Project ist "einer der führenden Anbieter von Nahrungsergänzungsmittel mit cannabinoidhaltigen Hanfextrakten (CBD und CBG). Die Produktpalette der Deep Nature Project
umfasst Nahrungsergänzungsmittel, Kosmetika, Hanf-Lebensmittel sowie Tierfutterergänzungsmittel".

Für das Jahr 2021 ergibt sich ein massiver Umsatzausfall, weshalb dem Unternehmen nun die Zahlungsunfähigkeit droht. Die Deep Nature Project konnte im Jahr 2020 noch einen Umsatz in Höhe von 8,2 Millionen Euro erzielen, im Jahr 2021 jedoch nur noch 5,7 Millionen Euro.

"Die Deep Nature Project erzielt mehr als drei Viertel des Umsatzes im Ausland. Neben der Optimierung der Kostenstrukturen wurden neue Marketingstrategien entwickelt und der Vertrieb weiter
professionalisiert. Um jedoch die Liquiditätskrise zu überwinden, bindet das Unternehmen nun alle Stakeholder in die Sanierungs- und Restrukturierungsmaßnamen ein, wobei positive Signale für die Unterstützung der Sanierungsmaßnamen bereits vorliegen", heißt es weiter. Auch die Hereinnahme eines finanziellen und strategischen Investors wird in Aussicht genommen, um den Fortbetrieb und die Wettbewerbsfähigkeit langfristig abzusichern."

Ziel sei es, die Restrukturierungsmaßnahmen rasch umzusetzen und damit eine langfristig positive Entwicklung in der Zukunft zu schaffen. Das Unternehmen soll fortgeführt werden. Den Gläubigern wird 20 Prozent Quote geboten.


 

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