© Leila Al-Serori

Insolvenz
07/16/2015

Kärntner Seniorenheim ist insolvent

Seniorenheimstätte Sekirn hat 3,9 Millionen Euro Schulden, Ursache sind Auslastungsprobleme.

von Kid Möchel

Über die Seniorenheimstätte Sekirn/Wörther See Errichtungs- und Betriebs-Ges.m.b.H mit Sitz in Reifnitz, wurde am Donnerstag am Landesgericht Klagenfurt ein Sanierungsverfahren mit Eigenverwaltung eröffnet. Das bestätigen Barbara Wiesler-Hofer vom KSV1870 und Gerhard Weinhofer von Creditreform. 25 Mitarbeiter sind von der Pleite betroffen. Das Unternehmen betreibt am Südufer des Wörther Sees ein Senioren- und Pflegeheim mit 47 Plätzen. Das Heim soll fortgeführt werden. Den Gläubigern werden 30 Prozent Quote angeboten.

Die Insolvenzursachen

"Die Umsatzentwicklung ist seit 2011 kontinuierlich rückläufig. Seit 2012 konnten ohne weiteren bürokratischen Aufwand Personen erst ab der Pflegestufe 4 aufgenommen werden", heißt es dazu im Insolvenzantrag. "In ganz Kärnten ist die Nachfrage nach Pflegeplätzen rückläufig." In den Jahren 2011 bis 2013 machte die Pflegestätte rund 300.000 Euro Verlust, davon gehen rund 180.000 Euro auf eine Finanzierung in Schweizer Franken zurück. Und aufgrund gesetzlicher Vorgaben war auch ein Personalabbau nicht möglich.

Zoff mit dem Land Kärnten

Weiters ist es durch behördliche Auflagen seit 2014 nur möglich, drei Doppelzimmer als Einzelzimmer zu belegen. Die maximale Belegzahl beträgt daher nur 43, wobei derzeit 40 Plätze belegt sind. Die Regelung der vom Land ersetzten Sockelbeträge und die mit dem durch die Sockelbeiträge definierten Leistungsentgelte von Selbstzahlern sind für die Führung eines kostendeckenden Betriebes der Antragstellerin nicht ausreichend.

"Die weiteren Verhandlungen zwischen dem Land Kärnten und der Heimbetreiberin über die Anpassung der Sockelbeiträge sind gescheitert", heißt es im Antrag weiter. "Aufgrund der Zwangslage und gestützt auf die in der Vergangenheit geübte Praxis sowie auf die Bestimmungen des Kärntner Mindestsicherungsgesetzes hat die Betreiberin einen Anspruch auf Abgangsentschädigung geltend gemacht", heißt es im Antrag weiter. Das Land hat diesen Anspruch bestritten und im Gegenzug Förderdarlehen in Höhe von 532.000 Euro fällig gestellt, heißt es weiter, mit der Begründung: Zahlungsverzug.

Vermögen und Schulden

Die Aktiva werden mit 2,935 Millionen beziffert, davon entfallen 2,59 Millionen Euro auf das Liegenschaftsvermögen. Die Betriebsliegenschaft ist mit Pfandrechten einer örtlichen Bank und des Land Kärnten belastet.

Die Passiva werden mit 3,92 Millionen Euro beziffert, davon entfallen rund 130.000 Euro auf offene Löhne und Gehälter, 40.000 Euro auf Lieferanten und 640.000 Euro auf "sonstige Verbindlichkeiten". Zugleich fordert das Land Kärnten 520.000 Euro aus dem Förderdarlehen zurück.

Die Zukunft

Die Erfüllung des Sanierungsplans mit einer Quote von 30 Prozent soll "vorrangig aus dem operativen Betrieb erfolgen", heißt es weiter. Vor allem im Bereich Personal sollen Reorganisationsmaßnahmen durchgeführt werden. Zugleich werden mit Investoren Gespräche geführt, die die Aufbringung des Quotenerfordernisses sicherstellen sollen.

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