Wiener Neudorfer Unternehmen schlitterte in die Pleite.

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Insolvenz
03/01/2016

Millionen-Pleite in der Anlagebau-Branche

Unternehmen hat rund 3,54 Millionen Euro Schulden, aber wenig freies Vermögen.

von Kid Möchel

Über die Firma Boehm & Lange GmbH mit Sitz in Horitschon, Burgenland, wurde heute am Landesgericht Eisenstadt ein Konkursverfahren eröffnet. Das bestätigt Gerhard Weinhofer vom Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER. Das Unternehmen wurde 1995 gegründet und beschäftigt sich mit Asbestentsorgung, Dämmung, Schallschutz und Innenausbau. 29 Mitarbeiter sind laut AKV betroffen.

„Im Jahr 2009 wurde ein Konkursverfahren durchgeführt und durch einen Zwangsausgleich erfolgreich erfüllt“, heißt es im neuen Insolvenzantrag. Der Konkurs des Großkunden Alpine Bau im Jahr 2013 habe zu einem Forderungsausfall in sechsstelliger Euro-Höhe geführt, der sowohl die Ertragslage als auch die Liquiditätslage massiv beeinträchtigt hat. „Durch verschiedene Maßnahmen, insbesondere durch Hilfe seitens Fremdkapitalgeber konnte die Lage damals ‚ übertaucht‘ wurden", heißt es weiter.

Seit einiger Zeit betreibt Boehm & Lange ein Großprojekt, einen sehr komplexen Anlagenbau. Bei diesem Projekt ergaben sich im Vorjahr erhebliche Verzögerungen. Boehm & Lange hatte einen Großteil seiner Kapazitäten auf dieses Projekt konzentriert. Bereits Anfang 2016 war die Liquiditätslage „äußerst angespannt“. Da in der Bilanz 2015 ein Verlust und ein negatives Eigenkapital ausgewiesen wird, wurde eine Fortbestehungsprognose erstellt. Diese fiel negativ aus.

Die Schulden

Die Verbindlichkeiten haben einen Buchwert in Höhe von 7,369 Millionen Euro, aber nur einen Verkehrswert von rund 3,54 Millionen Euro. Davon entfallen 1,137 Millionen Euro auf Banken, 1,4 Millionen Euro auf Lieferungen und Leistungen und 383.000 Euro auf die Mitarbeiter.

Das Vermögen

Die Aktiva haben einen Buchwert in Höhe von 7,369 Millionen Euro, aber nur einen Verkehrswert in Höhe von 1,46 Millionen Euro. Das freie Vermögen beträgt lediglich 339.000 Euro. Im Fall der Fortführung ergibt sich laut Unternehmensangaben eine Quote in Höhe von 15 Prozent. Bei einer Schließung dürfte weniger für die Gläubiger herausschauen.

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