Zweite Pleite führt zur Unternehmensschließung

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Insolvenz
06/23/2016

Millionen-Pleite eines Düngemittel-Händlers

Zwei Großkunden zahlten Millionen-Rechnungen nicht, Firma handelt auch mit Erdgas.

von Kid Möchel

Der Firma Fertgas Handels GmbH mit Sitz in Wien-Landstraße ist der geschäftliche Treibstoff ausgegangen. Über das Unternehmen, das mit Erdgas und Düngemittel handelt, wurde ein Konkursverfahren am Handelsgericht Wien eröffnet. Das bestätigt der Gläubigerschutzverband Creditreform dem KURIER.

Fertgas gehört zu 75 Prozent der Whitbread Holdings Limited mit Sitz auf Zypern, den Rest der Anteile hält Dr. Calin Bogdan Popescu. 13 Mitarbeiter sind laut AKV von der Pleite betroffen. Das Unternehmen setzte im Geschäftsjahr 2015/16, Stichtag ist der 30. Juni, rund 78,899 Millionen Euro um, im Jahr davor waren es 75,922 Millionen Euro. Der operative Verlust betrug 2015/16 rund 289.500 Euro. Im Geschäftsjahr 2014/15 hatte Fertgas noch einen Gewinnvortrag in Höhe von rund 892.000 Euro.

Kunden zahlten nicht

„Die Vertriebstätigkeiten des Unternehmens konzentrieren sich auf den Donauraum zwischen Österreich und Rumänien“, heißt es im Konkursantrag. „Der Erdgashandel war in den vergangenen Jahren verlustbringend, die Ertragslage war mit dem Düngemittelgeschäft nicht aufzuholen. Dazu kam, dass unser größter Lieferant, die Interago Rumänien, in die Insolvenz verfallen ist.“ Nachsatz: „Auch ein weiterer großer Kunde, die Firma M. in Ungarn, hat unsere offenen Forderungen seit mehr als einem Jahr nicht bedient.“ Unterm Strich sollen die Forderungen gegenüber diesen zwei Unternehmen rund 2,5 Millionen betragen. In welcher Höhe der Wert dieser kritischen Forderungen zu berichtigen ist, kann Fertgas nicht einschätzen. Die hohen Außenstände ließen auch die Gespräche mit der Wiener Hausbank scheitern.

Bank zog Reißleine

„Die Bank hat am 20. Juni sämtliche Kreditlinien gesperrt und die bisherige Überschuldung ist in den Status Zahlungsunfähigkeit übergegangen“, heißt es weiter. „ Wir sind bei unserer Bank derzeit mit 2,92 Millionen Euro verschuldet. Sämtliche Lieferforderungen sind an die Bank abgetreten.“

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