Milliarden-Deal in der Fahrrad-Branche

Symbolbild
Accell steigerte seinen Umsatz 2020 um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro.

In der ganzen Fahrradbranche boomt es zur Zeit, auch bedingt durch die Corona-Pandemie. In der Fahrradbranche steht eine Milliardenübernahme bevor. Ein Konsortium um den Finanzinvestor KKR will für insgesamt 1,56 Milliarden Euro den niederländischen Hersteller Accell Group mit Marken wie „Batavus“ und „Sparta“ kaufen, wie die Unternehmen in einer gemeinsamen Mitteilung am Montag ankündigten. „Wir wollen die Niederlande als Welthauptstadt des Radsports weiterentwickeln und die führende Position im europäischen Elektrofahrradmarkt ausbauen“, erklärte KKR-Partner Daan Knottenbelt.

Die beiden Großaktionäre Teslin and Hoogh Blarick befürworten die Übernahme. Die Accell-Aktien schossen an der Börse in Amsterdam um 24 Prozent in die Höhe.Der Finanzinvestor bietet den Accell-Aktionären je Aktie 58 Euro in bar, was einem Aufschlag von 26 Prozent zum Schlusskurs am Freitag entspricht.

Accells Verwaltungsratschef Rob ter Haar sagte, das Gremium unterstütze die Offerte von KKR. Sie biete einen „überzeugenden und unmittelbaren Wert“ für die Aktionäre und helfe dem Unternehmen bei der strategischen Entwicklung.Accell hatte 2017 ein Übernahmeangebot des niederländischen Familienkonzerns Pon Holdings für 33 Euro je Aktie abgelehnt.

Pon wollte Accell mit seinen eigenen Fahrradmarken wie „Gazelle“ zusammenlegen, war mit dem Plan aber gescheitert. Im Oktober
2021 schnappte sich Pon für umgerechnet rund 700 Millionen Euro die Fahrrad-Tochter des kanadischen Mischkonzerns Dorel.

Viele Menschen wollen öffentlichen Nahverkehr vermeiden und sind auf E-Bikes umgestiegen. Accell steigerte seinen Umsatz 2020 um 17 Prozent auf 1,3 Milliarden Euro. Der Koblenzer Rennrad-Hersteller Canyon wurde beim Verkauf einer Mehrheitsbeteiligung an den Adidas-Großaktionär GBL Ende 2020 mit rund 800 Millionen Euro bewertet.

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