Milchquote: Fast 34 Mio. Euro Strafe

dpaMilchkühe stehenitm Mittwoch (23008) auf einem Hof im schleswig-holsteiniscinischen Jevenstedt in der Melkanlage. Die rund 5300 Milchbauern in Schleswig-Holstein leiden unter den gesunkenen Milchpreisen und den gestiegenen Kosten für die Mioduproduktio
Foto: dpa Da schau her: Österreich hat die EU-Milchquote überschritten.

Fünf weitere EU-Länder müssen Überschussabgaben entrichten. Indes wird wegen weltweiter Ernte-Ausfälle der Ruf nach Lagerhaltung laut.

Österreich und fünf weiter EU-Staaten haben ihre Milchquoten für das Wirtschaftsjahr 2011/12 überschritten und müssen 79 Millionen Euro ins EU-Budget zurückzahlen. Österreich muss 33,5 Millionen Euro abliefern. Die Milchquote überschritten haben außerdem Irland, die Niederlande, Deutschland, Zypern und Luxemburg.

Die EU hat 2008 bereits eine Abschaffung der Milchquoten zum 1. April 2015 beschlossen, bis zu diesem Zeitpunkt werden die Quoten stufenweise gesteigert. Die zu entrichtende Überschussabgabe beträgt 27,83 Euro pro 100 Kilogramm. Das jeweilige Land kann die an die EU geleistete Abgabe von den Milchproduzenten zurückverlangen, die die Milchquote überschritten haben.

Landwirtschaftskammer für Lagerhaltung

APEin Landwirt fuellt am Freitag, 14. Oktober 2005, bei Bad Krozingen unter strahlend blauuem Oktoberhimmel einen Maisspeicher mit den weithin leuchtenden gelben Kolben. Mais wird in grossem Massstab in der Rheinebene suedlich von Freiburg angebaut und wi Foto: AP Maisspeicher im deutschen Bad Krozingen: Gute Ernte in Deutschland.

Angesichts der globalen Ernte-Einbußen tritt die Landwirtschaftskammer Oberösterreich für eine Wiedereinführung der Lagerhaltung ein. In Österreich wird bei Getreide und Mais für heuer ein Minus von 17 Prozent auf 4,6 Mio. Tonnen erwartet.

Die Versorgungssicherheit sei bei weitem nicht in dem Ausmaß gegeben, wie man in der vergangenen Jahrzehnten glaubte, sagte Landwirtschaftskammerpräsident Franz Reisecker. "Dramatische Missernten sind in Teilen der USA, Süd- und Osteuropa sowie der Schwarzmeer-Region zu verzeichnen." Der Getreideverbrauch habe in den vergangenen zwölf Jahren weltweit um insgesamt etwa 400 Mio. Tonnen zugelegt, so Reisecker. Der Lagerbestand hingegen sei in den vergangenen zehn Jahren von rund 30 Prozent eines Jahreskonsums auf 20 Prozent gesunken.

Der Präsident berichtete von regional sehr großen Unterschieden bei Getreide und Mais in der EU: Während es in den beiden Hauptproduktionsländern Frankreich und Deutschland relativ gute Ernten gegeben habe, werde die Situation umso schlechter, je weiter man in den Osten oder Süden kommt. In Österreich sei die Weizen- und Gerstenernte im Osten mit Mindererträgen deutlich über 20 Prozent sehr schlecht gewesen. Bei Mais rechne man für das gesamte Land mit einem Minus von weniger als 10 Prozent. Aus heutiger Sicht könne noch kein endgültiges Ergebnis genannt werden, so Reisecker.

(APA / sho) Erstellt am
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