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Wirtschaft
09/09/2019

Mietkosten in Österreich seit Krise um gut ein Drittel gestiegen

Größter Anstieg bei Privaten aber auch Genossenschaft und Gemeindebau teurer. Agenda Austria für mehr Angebot und geringere Baustkosten.

von Hermann Sileitsch-Parzer

Die Mietkosten haben in Österreich seit der Finanzkrise kräftig angezogen, ergibt eine Studie der Agenda Austria. Während die allgemeine Teuerungsrate nur 18,4 Prozent ausmachte, stiegen die Wohnkosten für einen Großteil der Bevölkerung um mehr als ein Drittel an.

So stiegen die Kosten (Nettomieten und Betriebskosten) im privaten Mietsegment seit 2009 von 6,6 Euro pro Quadratmeter auf 9,1 Euro an. Das ist ein Plus von 38 Prozent,  wobei der Großteil des Anstiegs auf die Nettomieten entfiel.

Eine Spur geringer ist der Anstieg bei Genossenschaftswohnungen (30 Prozent), gefolgt vom Gemeindebau (+25 Prozent). "Eine nachhaltige Senkung der Wohnkosten ist nur über eine deutliche Ausweitung des Angebots an Wohnungen zu erreichen", sagt Agenda-Chef Franz Schellhorn. Zudem sollten die Baukosten sinken.

Momentan wachse die Nachfrage nämlich speziell in den großen Ballungsräumen schneller als der Neubau vorankommt. Mietpreisbremsen hält Schellhorn für kontraproduktiv. "Sie sind verlockend, verknappen das Angebot aber weiter, darin ist sich die Wirtschaftswissenschaft ausnahmsweise einmal einig."

Debatte in Deutschland

Derzeit ist die Mietpreisbremse vor allem in Deutschland ein heißes Thema. Diese besagt, dass bei der Wiedervermietung einer Wohnung die zulässige neue Miete höchstens auf das Niveau der ortsüblichen Vergleichsmiete plus zehn Prozent steigen darf und gilt in Gebieten mit „angespanntem Wohnungsmarkt.“ Welche Gebiete das sind, legen die Bundesländer fest.