Mexiko erholt sich vom Schock der Trump-Politik

MEXICO-AGRICULTURE-AVOCADOS
Foto: APA/AFP/RONALDO SCHEMIDT Avacodo-Anbau in Mexiko.

Die Prognosen für Wirtschaftswachstum und ausländische Investitionen wurden wieder angehoben.

Mauerbau, hohe Importzölle: Mit diesen Worten schockte US-Präsident Donald Trump zu Jahresbeginn Mexikos Wirtschaft. Der Peso stürzte ab, Prognosen für das Wirtschaftswachstum wurden drastisch gekürzt. Die Stimmung der Menschen war so schlecht, dass sich Carlos Slim, Chef des Telekom-Konzerns America Movil zur einzigen Pressekonferenz seit Jahrzehnten hinreißen ließ, um seinen Landsleuten Mut zu machen.

Jetzt, drei Monate später, scheinen die Schockwellen tatsächlich abzuklingen. "Der Peso erholt sich wieder und die Wachstumsprognose werden nach oben geschraubt", erzählt Österreichs Wirtschaftsdelegierter Friedrich Steinecker.

Was den Stimmungswandel ausgelöst hat? "Zum einen die Erkenntnis, dass ausländische Investoren doch nicht abziehen. Zum anderen Aussagen des US-Handelsministers, dass das Freihandelsabkommen NAFTA mit den USA und Kanada nicht ausläuft, sondern neu verhandelt wird", betont Steinecker.

Neue Chancen

In diese Neuverhandlung könnte Mexiko einiges hineinverpacken, das dem Land helfe: etwa Forschung und Entwicklung sowie das Thema Sicherheit, meint der Wirtschaftsdelegierte. Außerdem besinne sich Mexiko darauf, seinen Außenhandel stärker zu diversifizieren. Denn derzeit gehen 80 Prozent der Ausfuhren in die USA. Das Land habe mit 46 Staaten der Welt Freihandelsabkommen, sie aber wenig genutzt. Das könnte sich nun ändern.

Dass ausländische Unternehmen mit Investitionen in Mexiko derzeit warten, versteht Steinecker zwar. Allerdings: "Es besteht kein Grund zur Panik. Mexiko bleibt ein attraktiver Produktionsstandort in Nordamerika", unterstreicht er.

Für Österreichs Unternehmen bleibe Mexiko einer der spannendsten Auslandsmärkte. 2016 legten die Exporte dorthin um 23 Prozent auf 941 Millionen Euro zu – der zweitstärkste Zuwachs im Außenhandel Österreichs. Geliefert werden vor allem Maschinen für die mexikanische Autoindustrie.

Chancen sieht Steinecker auch im Bereich der erneuerbaren Energie: Sonnen- und Windstromanlagen erleben in Mexiko derzeit einen kleinen Boom.

(kurier) Erstellt am
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