Wirtschaft
25.07.2017

Zahlungsmoral in Österreich gesunken

Die durchschnittliche Forderungshöhe ist hingegen gesunken.

In Österreich sind laut einer Erhebung der Wirtschaftsauskunftei CRIF mehr Personen verschuldet als im Jahr zuvor, die durchschnittliche Forderungshöhe hat sich dagegen verringert. Die Zahlungsmoral ist nach wie vor gut, und die Zahlungsrückstände sind relativ gering. Die beste Zahlungsmoral haben die Burgenländer, die schlechteste ist unter Wienern zu finden.

Gestiegen

Im Untersuchungszeitraum - Juli 2016 bis Juli 2017 - ist der Bevölkerungsanteil mit offenen Forderungen von 1,43 Prozent auf 1,50 Prozent leicht gestiegen, teilte die Wirtschaftsauskunftei am Dienstag in einer Presseaussendung mit. Die durchschnittliche Forderungshöhe ist demnach über alle Bundesländer hinweg um 14 Prozent von 405 Euro auf rund 350 Euro gesunken.

"Nur ein geringer Teil konnte im letzten Jahr Rechnungen nicht fristgerecht begleichen, so dass diese an ein Inkassobüro übergeben werden mussten", so Boris Recsey, Geschäftsführer von CRIF Österreich.

Über die beste Zahlungsmoral verfügen die Konsumenten im Burgenland, gefolgt von Tirol, Niederösterreich und Oberösterreich. Danach folgen Steiermark, Salzburg, Vorarlberg und Kärnten. Die schlechteste Zahlungsmoral haben die Verbraucher in Wien. Hier gibt es doppelt so viele Konsumenten mit Inkassomeldungen wie im Burgenland.

Forderungshöhe zurückgegangen

Die durchschnittliche Forderungshöhe ist im Jahresabstand in allen Bundesländern zurückgegangen. Die stärksten Rückgänge gab es in Niederösterreich und dem Burgenland - um 21 bzw. 20 Prozent. In Tirol waren es dagegen nur 5 Prozent. Die durchschnittliche Forderungshöhe ist mit 317 Euro im Burgenland am geringsten und mit 368 Euro in Vorarlberg am höchsten.

Generell haben Frauen niedrigere Zahlungsrückstände als Männer. Bei Männern liegen sie mit 403 Euro um ein Drittel höher als bei Frauen mit 297 Euro. Bei Männern betrug der Rückgang 16 Prozent, bei Frauen 11 Prozent.

Die meisten Personen mit offenen Forderungen sind in der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen zu finden. Ab 45 Jahren sinkt der Anteil der Personen mit Inkassomeldungen stark ab. Dagegen fällt in jener Phase, in der das Einkommen meist am höchsten ist - nämlich im Alter zwischen 55 und 64 Jahre - auch die durchschnittliche Forderungshöhe am höchsten aus.