Wirtschaft
25.03.2012

Mehr Geld für Rettungsfonds

Bis zu 700 Milliarden könnten bald für die Euro-Rettung bereit stehen. Der EU-Ratschef ortet aber eine Besserung der Lage.

Sind 500 Milliarden Euro genug, um den Euro permanent zu sichern? Monatelang wehrte sich Deutschland gegen eine Aufstockung des künftigen Euro-Rettungsfonds ESM – trotz des Drucks vieler Euro-Partner und des Internationalen Währungsfonds (IWF). Doch jetzt scheint der größte Geldgeber der EU eine Kehrtwende zu machen. Bis zu 700 Milliarden Euro könnten künftig den Euro vor dem Aus bewahren, berichtet der Spiegel. Bundeskanzlerin Angela Merkel und Finanzminister Wolfgang Schäuble seien inzwischen bereit, die restlichen Mittel des vorläufigen Rettungsschirmes EFSF mit dem langfristigen Kapitaltopf ESM zu kombinieren. Schon Ende kommender Woche könnte beim Finanzminister-Treffen in Kopenhagen eine Übereinkunft getroffen werden.

Hattrick

Offiziell bestätigen wollten das am Wochenende niemand – die Diskussionen würden noch laufen, hieß es. EFSF-Chef Klaus Regling würde es jedenfalls begrüßen: „Große Zahlen im Schaufenster schaffen Ruhe“, meinte er am Sonntag. Etwas mehr Ruhe in der Hektik der Schuldenkrise ortet mittlerweile auch EU-Ratspräsident Herman Van Rompuy: Länder wie Griechenland, Portugal, Spanien oder Italien hätten überzeugende Reformschritte gesetzt, erklärte er bei der 50-Jahr-Feier des europäischen Verbandes der Finanzanalysten. Das Verbrauchervertrauen nehme wieder zu. Ermutigend sei auch, dass der EFSF diese Woche einen Hattrick geschafft habe.

Optimismus

Wie berichtet, hat der Fonds mit der Ausgabe von Anleihen mit drei unterschiedlichen Laufzeiten insgesamt sieben Milliarden Euro zu recht günstigen Zinsen einsammeln können. Für Van Rompuy alles in allem Gründe für „sehr vorsichtigen Optimismus“. „Wir sind gestolpert, aber nicht gefallen“, stellt er rückblickend fest. Für ihn sei ganz klar, dass die EU und der Euro „unumkehrbare Projekte sind“. Dass auch Griechenland den Euro behalten wird – davon sind nicht alle anwesenden Analysten überzeugt. Manche meinen, dass das hoch verschuldete Land in drei Jahren zur Drachme zurückkehren wird. Etliche gehen davon aus, dass Athen ein drittes Hilfspaket brauchen wird. Fritz Mostböck, Chefanalyst der Erste Group und Vorstandsmitglied des Analystenverbandes, glaubt, dass es Griechenland schaffen und im Euro bleiben wird.

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