Mega-Deal: Bekanntes Haustier-Start-up aus OÖ verkauft
Mega-Deal in der heimischen Start-up-Szene: Die auf Tracking-Systeme für Hunde und Katzen spezialisierte Paschinger Firma Tractive wird verkauft. Das italienische Unternehmen Bending Spoons, zu dem u.a. WeTransfer oder Vimeo gehören, übernimmt das vor 14 Jahren gegründete Unternehmen, teilte Tractive auf seiner Homepage mit.
Tractive zählt zu einem der wertvollsten Start-ups in Österreich, wurde aber bereits vor 14 Jahren gegründet. Nun habe man eine Partnerschaft geschlossen, „um die überlegene KI-Infrastruktur und die globale Skalierungskompetenz von Bending Spoons zu nutzen“, heißt es in der Presseaussendung.
Luca Ferrari, CEO von Bending Spoons, betonte, man beabsichtige, „langfristig erheblich in Tractive zu investieren“. Konkret wolle man „seine Gesundheits- und Sicherheitsfähigkeiten ausbauen“. Ein Kaufpreis wurde nicht genannt. Er soll sich aber laut Recherchen von ORF OÖ um mehr als 300 Mio. Euro handeln. Tractive beschäftigt mehr als 300 Mitarbeiter.
Michael Hurnaus
Tractive-Gründer und CEO Michael Hurnaus war laut Aussendung entschlossen, „einen Partner zu finden, der sich langfristig dem Wachstum und der Verantwortung für das Unternehmen verpflichtet“. Mitgründer und COO Wolfgang Reisinger verweist auf das stabile Fundament des Unternehmens. Jetzt sei der richtige Zeitpunkt gekommen, den Staffelstab an einen Partner mit umfassender Expertise im Skalieren großer Verbrauchermarken weiterzugeben, um die nächste Wachstumsphase einzuleiten.
1,5 Millionen Kunden
Mit 1,5 Millionen zahlenden Abonnenten sind die Oberösterreicher Weltmarktführer in dem lukrativen Nischensegment des Haustier-Trackings. Das Abo-Modell sichert 80 Prozent der Einnahmen. Neue Abonnenten kaufen den Tracker fürs Halsband um 70 Euro und schließen wie bei Netflix oder Spotify ein Abo um 5 Euro im Monat ab, um alle Funktionen der App nutzen zu können.
Die Besitzer erhalten eine Benachrichtigung, falls ihr Liebling virtuelle Zäune verlässt oder eine Tabuzone betritt. Der Tracker hängt wie ein kleines Handy am Halsband und kann von 500 Mobilfunknetzen weltweit genutzt werden, also auch auf Reisen.
Laut Angaben von CEO Michael Hurnaus gegenüber dem KURIER im Sommer des Vorjahres, wurden im Vorjahr rund 200 Mio. Euro umgesetzt. Die Exportquote bei Tractive beträgt 95 Prozent. „Wir sind auch profitabel“, sagte der Gründer, der früher bei Amazon arbeitete und dort Erfahrung mit digitalen Geschäftsmodellen sammelte. Größter Markt von Tractive sind die USA, wo Tractive vor vier Jahren gestartet ist und stark expandiert.
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