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Nach Mediashop-Pleite: Radikaler Sparkurs bringt die Wende

Durch einen massiven Mitarbeiterabbau schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen. Auch ein Standortwechsel ist geplant.
Der Mediashop in Neunkirchen ist Pleite. 160 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Dem bekannten TV-Shoppingkanal Mediashop soll es nach der Insolvenz und Übernahme vor zwei Monaten wieder besser gehen: Seit Anfang Juni sei das Unternehmen weitgehend neu aufgesetzt worden.

„Die Kostenbasis wurde massiv reduziert, zentrale Systeme wurden ersetzt, die Logistik neu organisiert und gleichzeitig die internationale Vertriebsreichweite deutlich ausgebaut“, teilt Mediashop mit. Das operative Geschäft sei mittlerweile Cashflow-positiv. Für das laufende Geschäftsjahr plane man einen Umsatz von rund 40 Millionen Euro. Mittelfristig setzt sich Mediashop ein Umsatzziel von rund 120 Millionen Euro.

Zur Vorgeschichte: Ende Februar 2026 war das Teleshopping-Unternehmen Mediashop GmbH in die Pleite geschlittert. Insgesamt rund 55,27 Millionen Euro Schulden hatten sich angehäuft. Seit 1. Juni gehört der TV-Shoppingkanal Mediashop der Mödlinger One Spot GmbH um den Investor Christoph Bauer.

Mediashop beschäftigt heute 40 statt 163 Mitarbeiter

Seither wurde praktisch die gesamte operative Infrastruktur neu geordnet. Statt ehemals 163 arbeiten heute nur noch 40 Mitarbeiter für das Unternehmen. Gleichzeitig wurden diverse interne Systeme neu aufgesetzt sowie zahlreiche Prozesse digitalisiert und vereinfacht. Allein im Infrastruktur- und IT-Bereich habe man die Kosten von 250.000 pro Monat auf rund 20.000 Euro reduzieren können.

„Wir haben auf Basis einer bekannten und starken Marke in kürzester Zeit ein neues Unternehmen aufgebaut“, sagt Bauer. „Entscheidend für unseren Geschäftserfolg ist nicht der Umsatz, sondern was nach den Kosten übrigbleibt.“

Diese Neuausrichtung umfasse auch die bisherige Unternehmenszentrale in Neunkirchen/NÖ. Mediashop plane die Übersiedlung an einen neuen Standort. „Der neue Mietvertrag befindet sich derzeit in Verhandlung“, sagt Bauer.

Vertriebsreichweite wurde massiv ausgebaut

Auch die Vertriebsreichweite habe Mediashop „deutlich ausgebaut“. War die Gruppe kurz nach der Insolvenz im April 2026 auf 16 TV-Sendern in zwei Ländern präsent, sind es aktuell im August bereits 50 Sender in Österreich, Deutschland, der Schweiz, Ungarn und der Slowakei. Rumänien soll ich Zukunft ebenfalls dazukommen, heißt es.

Neben dem TV sollen die Produkte auch zunehmen über Onlineshops und Social Media vertrieben werden. Mit großen E-Commerce-Riesen wie Amazon oder Temu wolle man sich dabei nicht vergleichen. „Das ist nicht unser Geschäft und das sind auch nicht unsere Mitbewerber. Unsere Kompetenz beginnt dort, wo ein Produkt erklärt werden muss, und sein Nutzen durch Demonstration sichtbar wird“, sagt Bauer.

Beim Sortiment wolle man sich künftig noch stärker nach Qualität und tatsächlichem Kundennutzen richten. Bauer: „Europa braucht nicht noch mehr austauschbare Billigware aus Fernost.“ Im Zuge der Übernahme wurden rund 10.000 Paletten Warenbestand übernommen. Dieser Bestand wird derzeit systematisch abgebaut und neu bewertet. Parallel beschafft Mediashop Neuware für das künftige Sortiment.

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