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TV-Shoppingkanal Mediashop: Neuer Eigentümer bastelt an Neuausrichtung

Bis in den Herbst 2026 soll die Restrukturierung abgeschlossen sein.
Der Mediashop in Neunkirchen ist Pleite. 160 Mitarbeiter verlieren ihren Job.

Seit 1. Juni gehört der TV-Shoppingkanal Mediashop der Mödlinger One Spot GmbH um den Investor Christoph Bauer. Das Insolvenzgericht in Wiener Neustadt hatte dem Übernahmeplan für die Mediashop-Vermögenswerte am 31. Mai zugestimmt.

„Damit führen wir seit Anfang Juni die Geschäfte von Mediashop in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Aktuell sind wir auf 37 Sendern vertreten“, sagt Bauer zum KURIER. Das neue Management arbeitet mit Hochdruck daran, das TV-Shopping-Unternehmen auf schlankere Beine zu stellen. Statt 240 Mitarbeitern beschäftigt Mediashop nun nur noch 40 Personen.

Mit einem deutlich reduzierten Team will One-Spot-Chef Christoph Bauer künftig das operative Geschäft stemmen. Wie viele Mitarbeiter aber noch aufgenommen werden, steht derzeit noch nicht fest.

Dem Vernehmen nach soll der TV-Werbekanal bereits seit der ersten Woche schwarze Zahlen schreiben. Im Herbst 2026 soll dann die Neuausrichtung von Mediashop abgeschlossen sein. Bis dahin will Bauer den Ball flach halten.

Wieder Marktführer in der Schweiz

Der neue Eigentümer zeigt sich trotz der Herausforderungen optimistisch. In der Schweiz habe Mediashop bereits 90 Prozent der Sendezeiten zurückgewonnen und sei dort wieder Marktführer. Das sei ein Beweis dafür, dass die klassischen TV-Shopping-Kanäle keineswegs tot sind. Die Mediashop GmbH sei nicht am fehlenden Publikum gescheitert, heißt es, sondern daran, dass man verlernt hatte, als Händler auf die Kosten zu achten. Das Unternehmen will auch künftig wieder verstärkt auf Eigenentwicklungen setzen. Rund ein Drittel der Produkte soll wie bisher selbst entwickelt und der Rest zugekauft werden.

Der Schlüssel zum Erfolg liegt nun in Automatisierung und in effizienten Systemen für die Steuerung von Geschäftsprozessen wie Finanzen, Produktion oder Kundenbeziehungen.

Das Investment

„Wir investieren derzeit massiv in neue Systeme und Prozesse. Von ERP bis CRM entsteht eine moderne Infrastruktur, die uns mehr Geschwindigkeit, bessere Datenqualität und ein höheres Serviceniveau ermöglicht“, sagt Bauer. „Entscheidend sind Effizienz, technologische Leistungsfähigkeit und die Fähigkeit, sich laufend an veränderte Kundenbedürfnisse anzupassen. Der Kunde soll in Zukunft wieder im Zentrum stehen.“

Auch bei der Logistik wird optimiert. Die Zusammenarbeit mit dem Hauptlager bei DSV Schenker in Deutschland bleibt bestehen, allerdings werden die Konditionen neu verhandelt. Nebenlager, etwa für Aufbereitung, sind weggefallen und müssen durch neue Lösungen ersetzt werden.

Nicht geklärt ist, wo das Unternehmen künftig seinen Standort hat. Die Betriebsliegenschaft in Neunkirchen gehört jetzt einer Bank. Das Unternehmen hofft, dort Flächen anmieten zu können.

55 Millionen Schulden

Ende Februar 2026 war das Teleshopping-Unternehmen Mediashop GmbH in die Pleite geschlittert. Insgesamt rund 55,27 Millionen Euro Schulden hatten sich angehäuft, davon 14,56 Millionen Euro bei Banken und 11,08 Millionen Euro bei Lieferanten. Weitere 22,25 Millionen Euro schuldet das Unternehmen angeblich verbundenen Firmen.

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