Wirtschaft
25.01.2012

Magna plant neue Fabrik in Osteuropa

Der Autozulieferer will das niedrigere Lohnniveau im Osten nutzen Dennoch habe das Grazer Werk "absolute Überlebensberechtigung".

Beim austro-kanadischen Autozulieferer Magna arbeiten nur knapp 3000 der weltweit 107.000 Mitarbeiter in vier osteuropäischen Ländern. Das könnte sich bald ändern. "Wir überlegen uns derzeit sehr stark, einen Standort in Osteuropa zu eröffnen", sagte Günther Apfalter, Chef von Magna Europa, bei einem Vortrag in Wien.

Mit ein Grund ist die drohende Verlagerung der Produktion der Mercedes G-Klasse (Puch G) in ein ungarisches Daimler-Werk im nächsten Jahr. "Wir sind mitten in den Verhandlungen mit Daimler. Entschieden ist noch nichts, aber wir müssen wahrscheinlich Wertschöpfungsanteile abgeben", fürchtet Apfalter. So billig wie in Ungarn könne Magna in Österreich nicht produzieren. Hier koste eine Arbeitsstunde 24, jenseits der Grenze knapp neun Euro.

Ausgepresst

In diesem Zusammenhang kritisierte Apfalter auch den hohen Lohnabschluss in der Metallindustrie. "Irgendwann ist die Zitrone ausgepresst." Der Manager fordert einen neuen Kollektivvertrag, der flexiblere Spielräume schafft. Weitere Effizienzsteigerungen zur Kostenreduzierung seien hingegen kaum noch möglich.

Dennoch habe das Grazer Werk "absolute Überlebensberechtigung". Im Vorjahr wurden laut Apfalter 135.000 Autos gefertigt, davon 7200 Mercedes G. 2010 waren es nur 86.600. Die "magische Grenze" für den Erhalt des Standorts seien dauerhaft 100.000 Stück im Jahr.  Der Rekord waren 250.000 Autos im Jahr 2006.