Lufthansa job cut

© EPA / RONALD WITTEK

Wirtschaft
09/28/2020

Lufthansa traf Gewerkschaft: Beratungen über kritische Zeiten

Personalüberhang um rund 5.000 höher als die bisher geplanten 22.000. Großteil des Abbaus dürfte Kabinenpersonal treffen.

Die deutsche AUA-Mutter Lufthansa hat mit Vertretern der Piloten und des Bodenpersonals über die kritische Lage des Konzerns in der Coronakrise beraten. "Die Gewerkschaften wurden eingestimmt auf weitere Opfer und das Management hat das Zukunftsszenario in dunkelsten Farben gemalt", sagte Marcel Gröls, der bei der Vereinigung Cockpit (VC) für Tarifpolitik zuständig ist, am Montag der Nachrichtenagentur Reuters. "Wir wurden eingeschworen auf noch härtere Zeiten."

Eine Verdi-Sprecherin sagte, es sei klar, dass Kündigungen allein nicht reichten. Die Lufthansa müsse Perspektiven in der Krise aufzeigen und Maßnahmen zum sozialverträglichen Jobabbau so schnell wie möglich angehen. "Eine Restrukturierung ist notwendig."

Beim sogenannten "strategischen Dialog" trifft sich die Lufthansa regelmäßig mit den Vertretern der Belegschaft. Die Flugbegleitergewerkschaft UFO hatte allerdings abgesagt und dies damit begründet, dass es keinen Fortschritt bei noch offenen Fragen zu ihrem Krisen-Tarifvertrag mit der Lufthansa gebe. UFO hatte im Juni einen Krisenpakt mit der auf 9 Mrd. Euro Staatshilfe angewiesenen Lufthansa geschlossen.

Mit Verdi ist noch keine Einigung für das Bodenpersonal gelungen, mit der Pilotengewerkschaft VC nur eine Übergangslösung. Noch in dieser Woche sollen Gespräche starten, um längerfristige Lösungen zu finden, sagte VC-Experte Gröls.

Beim Treffen mit der Lufthansa wurden die Gewerkschaften nach eigenen Angaben auch damit konfrontiert, dass der künftige Personalüberhang um rund 5.000 höher ausfällt als mit 22.000 bisher geplant. Der Großteil dürfte das Kabinenpersonal treffen. Erst am Freitag hatte die Lufthansa erklärt, dass ab 2022 mindestens 1.100 Stellen bei den Piloten gefährdet sind. Ende Juni hatte die Lufthansa Group insgesamt rund 129.000 Mitarbeiter.

Wegen der deutlich langsameren Erholung des Luftverkehrs von der Pandemie verschärft die Fluglinie ihren Sparkurs. So soll die Flotte von Lufthansa und den anderen Konzern-Airlines bis zu dem erst für Mitte des Jahrzehnts erwarteten Ende der Krise um 150 Maschinen auf rund 650 Flugzeuge schrumpfen, um 50 mehr als bisher vorgesehen. Darin sind geleaste Maschinen anderer Airlines eingerechnet.

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