Ein Pilot der Lufhansa.

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Wirtschaft
07/31/2022

Lufthansa-Piloten drohen mit Streik

Die Gewerkschaft spricht von einem "Warnsignal" und erwartet sich "gute Angebote" vom Management in den Lohnverhandlungen.

Bei der Lufthansa ist ein Streik der Piloten ein weiteres StĂŒck nĂ€her gerĂŒckt. In einer Urabstimmung haben sich die stimmberechtigten Mitglieder der Vereinigung Cockpit (VC) mit einer sehr deutlichen Mehrheit fĂŒr einen Arbeitskampf ausgesprochen. Das berichtete die Gewerkschaft am Sonntag nach AuszĂ€hlung der Stimmen.

Damit ist ein Streik der rund 5000 Piloten bei der Kernmarke Lufthansa zwar ab sofort möglich, wurde aber zunÀchst nicht beim Vorstand beantragt. Bereits vor der AuszÀhlung hatte der VC-Tarifexperte Marcel Gröls erklÀrt, dass es sich zunÀchst um ein "Warnsignal" an den Lufthansa-Vorstand handele. Vom Management erwarte man nun "gute Angebote".

In den bisherigen sechs Tarifrunden habe sich "leider nichts getan", sagte VC-Sprecher Matthias Baier im Vorfeld. Die Gewerkschaft fordert eine Gehaltserhöhung um 5,5 Prozent fĂŒr 2022, einen automatischen Inflationsausgleich sowie eine Anpassung der Tarifstruktur

Arbeitskampf dauert an

Bei der Lufthansa Passage stimmten 97,6 Prozent der Teilnehmer fĂŒr einen Streik. Bei der Frachttochter Cargo war die Zustimmung mit 99,3 Prozent noch höher. Erst am Mittwoch hatte die Gewerkschaft Verdi mit einem Warnstreik des Bodenpersonals den Flugbetrieb der grĂ¶ĂŸten deutschen Airline nahezu lahmgelegt. Es fielen ĂŒber 1000 FlĂŒge aus und rund 134.000 Passagiere mussten ihre FlugplĂ€ne Ă€ndern.

Eine Lufthansa-Sprecherin sagte, man respektiere das Ergebnis der Abstimmung. Der Konzern setze weiter auf eine konstruktive Lösung am Verhandlungstisch. Die nĂ€chsten GesprĂ€chstermine stĂŒnden fest.

Swiss-Piloten lehnen neuen Vertrag ab

Die Gewerkschaft Aeropers gab unterdessen bekannt, einen Entwurf eines neuen Gesamtarbeitsvertrags mit der Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss in einer eigenen Abstimmung zurĂŒckgewiesen zu haben. "Der Aeropers-Vorstand fordert nun zĂŒgige Nachbesserungen des abgelehnten Vertrages zugunsten der Pilotinnen und Piloten, damit die StabilitĂ€t des Flugbetriebes ĂŒber den Sommer und den Herbst sichergestellt werden kann", hieß es in einer ErklĂ€rung.

Der mit 80,5 Prozent Nein-Stimmen abgelehnte Entwurf "beinhaltete primĂ€r Anpassungen, die in guten Jahren den Cockpitmitarbeitern die Gewinnbeteiligung kĂŒrzen und noch schnelleres Wachstum auf Kosten des Bestandspersonals ermöglichen sollte".

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