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Wirtschaft
02/17/2020

Lokführer sind die begehrtesten Arbeitskräfte

Der Fachkräftemangel trifft die Schiene stärker als andere Branchen.

von Kid Möchel

Lokführer sind vor Altenpflegern und Installateure (Klempner) die begehrtesten Fachkräfte in Deutschland. Dies zeigt eine Auswertung von Daten der Bundesagentur für Arbeit durch das gemeinnützige Verkehrsbündnis Allianz pro Schiene. Demnach hat sich der Fachkräftemangel bei Lokführern 2019 verschärft.

"Der Fachkräftemangel trifft die Schiene stärker als andere Branchen, weil der Sektor und damit der Personalbedarf stark wächst. Im Vierjahreszeitraum von 2015 bis 2018 ist die Beschäftigtenzahl in der Bahnbranche nach Berechnungen der Allianz pro Schiene um fast ein Zehntel gestiegen – mit stark steigender Tendenz. Im Jahresdurchschnitt standen 100 offenen Stellen nur noch 25 als arbeitssuchend gemeldete Lokführer gegenüber. Ein Jahr zuvor lag das Verhältnis bei 100 zu 28", heißt es in einer Aussendung.

Detail am Rande: Die ÖBB suchen rund 1300 Lokführer. Die Deutsche Bahn wirbt seit längeren um Mitarbeiter. Im laufenden Jahr plant der Konzern, 25 000 neue Beschäftigte einzustellen, was einem Stellenaufbau von 5000 Mitarbeitern entspreche. Unter den Neuanstellungen sollen 2300 Lokführer sein.

"Selbst bei den gefragten Altenpflegern konnten Arbeitgeber im vergangenen Jahr auf mehr Interessenten zurückgreifen – nämlich auf 27 Arbeitssuchende pro 100 offene Stellen. Bei Klempnern lag die Quote bei 46 und zeigt damit eine deutlich weniger angespannte Arbeitsmarktlage als bei Lokführern an. Aktuell führt Schienenjobs.de, die führende Online-Stellenbörse der Branche, bundesweit über 500 Stellenangebote allein für Lok- und Triebfahrzeugführer auf. Sie wird gemeinsam von der Allianz pro Schiene und der Agentur index betrieben", heißt es in einer Aussendung

„Der Fachkräftemangel hat das Potential, den Aufschwung der kunden- und klimafreundlichen Schiene in Deutschland zu gefährden“, sagt Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene. „Deshalb brauchen wir jetzt auch die Unterstützung der Politik, um mehr Menschen für die Zukunftsberufe in der Schienenbranche zu gewinnen.“

Flege rief die Bundesregierung auf, als ersten Schritt die Benachteiligung der Schiene bei der staatlichen Ausbildungsförderung zu beenden. Derzeit stellt der Bund pro Jahr dem Straßengüterverkehr 125 Millionen Euro für die Aus- und Weiterbildung bereit und der Binnenschifffahrt immerhin 2,5 Millionen Euro.  Die Unternehmen des Schienenverkehrs dagegen gehen leer aus und kommen für die Aus- und Weiterbildung ihres Personals komplett selbst auf. „Der Bund muss sich stärker bei der Ausbildung von Lokführern engagieren“, sagt Flege.

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