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Wirtschaft
12/05/2011

Lohnstreit bei Metallern eskaliert

Um ihre Forderung nach 5,5 Prozent mehr Lohn durchzusetzen, gibt es seit Donnerstagfrüh Warnstreiks in mehr als 150 Betrieben.

Die Einschätzungen, wie viele Metaller sich am Donnerstag an den ersten Warnstreiks beteiligten, lagen zumindest ebenso weit auseinander wie die Gewerkschaftsforderung und das Arbeitgeber-Angebot. Während die Gewerkschaften am frühen Nachmittag über 150 Betriebe mit 70.000 bis 80.000 Beschäftigten jubelte, die an den Kampfmaßnahmen teilgenommen hätten, verlautete aus Arbeitgeberkreisen, dass die "Streikbereitschaft nicht sehr groß" sei.

Die Liste der betroffenen Unternehmen jedenfalls war prominent und lang. Sie reichte vom Wiener Getriebe- und Motorenbauer Opel Austria über den Anlagenbauer Andritz, den Lkw-Hersteller MAN Steyr, den Bremsbeläge- und Lager-Produzenten Miba bis zum Stahlriesen voestalpine. Auf dem Streikprogramm für Freitag stehen unter anderem neuerlich die Voest. Vor dem Werk der Buntmetall Amstetten, dort ist der zweite Arbeitgeber-Chefverhandler Alfred Hintringer Geschäftsführer, sind ebenfalls Aktionen geplant.

Die betroffenen Unternehmen wollten sich weder zum Streik noch zu den Lohnforderungen äußern. "Wir ziehen eine Lösung am Verhandlungstisch vor", reagierte eine Sprecherin von Opel Austria knapp. "Das wollen wir nicht kommentieren", lautete das dürre Statement von Miba. Auch voestalpine-Chef Wolfgang Eder, der Anfang der Woche eine Rücknahme der Produktion um rund zehn Prozent im nächsten Jahr angekündigt hatte, wollte zum Lohnkampf nicht Stellung nehmen.

Arbeitgeber-Chefverhandler Christoph Hinteregger bekundete neuerlich sein "Unverständnis" über die Gangart der Gewerkschaft. Eine von 3,4 bis 3,8 Prozent gestaffelten Lohnerhöhung plus 200 Euro Einmalzahlung sei "ein Angebot der Spitzenklasse". Eine Erhöhung um mindestens 70 Euro hätte für die untersten Einkomensschichten ein Plus von 4,4 Prozent bedeutet. Die Gewerkschaften dagegen hätten stereotyp auf ihrer Forderung von 5,5 Prozent beharrt.

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