Laudamotion will einen für das Unternehmen günstigeren Kollektivvertrag

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wirtschaft von innen
04/30/2020

Laudamotion hat alle Slots in Wien an Ryanair übertragen

Die Ryanair-Tochter macht im Kampf um einen billigeren Kollektivvertrag noch stärker Druck.

von Andrea Hodoschek

In der Auseinandersetzung um einen neuen, billigeren Kollektivvertrag für die rund 560 fliegenden Mitarbeiter schaltet Laudamotion jetzt eine noch härtere Gangart ein. Die Billig-Airline hat in dieser Woche alle Slots (Start-und Landerechte) auf dem Flughafen Wien an die Mutter Ryanair übertragen. Damit könne Ryanair selbst Wien mit den Boeings 737 billiger anfliegen. Das teilten die zwei Geschäftsführer am Donnerstag in einem Schreiben an alle Mitarbeiter mit.

Laudamotion beförderte im Vorjahr rund 6,5 Millionen Passagiere und flog rund 50 Destinationen an. Für den heurigen Sommer wurden 17 weitere Strecken angekündigt. Die begehrten Slots in Wien sind das große Asset von Laudamotion.

David O’Brien und Co-Geschäftsführer Andreas Gruber machen in dem Rundschreiben die Gewerkschaft vida verantwortlich dafür, dass es noch keinen neuen Kollektivvertrag gibt. Man habe nur noch wenig Zeit, wird argumentiert, die Airbus-Basis Wien und die Arbeitsplätze zu retten.

Die Übertragung der Slots habe man durchgeführt, da man die Weigerung von vida zum neuen Kollektivvertrag erwarte.Man habe der Gewerkschaft vier Termine angeboten, aber keine Antwort erhalten.

Sollte die Gewerkschaft nicht zustimmen, werde man Wien mit 30. Mai zusperren und alle Airbus-Piloten und Flugbegleiter würden ihre Jobs verlieren. Wieder wird die Gewerkschaft attackiert, vida sei offensichtlich mehr daran interessiert, die Jobs der Lufthansa-Tochter AUA zu retten als die Arbeitsplätze bei Lauda.

Laudamotion hatte zuvor wochenlang mit dem AMS und der Gewerkschaft um Kurzarbeit gestritten, die dann genehmigt wurde. Die Kurzarbeit würde vorzeitig beendet, um anschließend sofort die Kündigungen auszusprechen.

Der neue Kollektivvertrag würde für die Mitarbeiter wie berichtet eine deutlich niedrigere Entlohnung bedeuten. Die Geschäftsführer schreiben weiters, viele Crew-Mitarbeiter hätten ihr Einverständnis zu einem neuen Kollektivvertrag am Mittwoch per E-Mails erklärt.