Wirtschaft
05.12.2011

Kurz erklärt: EFSF, Elite-Bonds und Co.

Die Schuldenkrise hat die Eurozone im Griff. Einige Lösungsansätze wurden beschlossen, andere angedacht und heftig diskutiert. Ein Überblick.

Was ist der EFSF?
Der Rettungsfonds EFSF wurde im Frühjahr 2010 gegründet, um hoch verschuldeten Euroländern auszuhelfen. Dafür borgt sich der Fonds (über die Ausgabe von Anleihen) Geld aus und reicht dieses an notleidende Staaten weiter. Unter diesem Schirm sind derzeit Irland und Portugal und künftig auch Griechenland. Die restlichen Eurostaaten zahlen nicht direkt in den Fonds ein, sondern geben Haftungen ab. Seit der Vergrößerung im heurigen Herbst ist der EFSF 780 Milliarden Euro groß. Ein Teil davon muss als Reserve dienen, damit der Fonds über ein Triple-A verfügt. Tatsächlich kann er damit "nur" bis zu 440 Milliarden Euro weiterreichen.

Funktioniert der EFSF?
Jein. Zum einen ist der Fonds zu klein, um großen Eurostaaten unter die Arme greifen zu können. Beim heutigen Finanzminister-Treffen wird es erneut Thema sein, mit welchem Mittel die Schlagkraft des EFSF vergrößert werden kann. Zum anderen: Das Misstrauen der Investoren in die Eurozone ist mittlerweile so groß, dass auch der EFSF nicht leicht an Geld kommt. Anfang November musste der Fonds die Ausgabe einer drei Milliarden Euro schweren Anleihe für die Irland-Hilfe mangels Interesses verschieben. Als die Anleihe eine Woche dann doch kam, musste der EFSF eine Rendite von knapp 3,6 Prozent bieten.

Was sind Eurobonds?
Die Idee dahinter ist, dass eine zentrale Euro-Schuldenagentur über die Ausgabe von gemeinsamen Anleihen (Eurobonds genannt) die Finanzierung aller Eurostaaten übernimmt. Der Vorteil: Es würde ein großer Anleihenmarkt entstehen, der Investoren anlocken könnte. Der Nachteil: Die Zinsen für Eurobonds wären wohl deutlich höher als jene in Deutschland oder Österreich. "Brave" Euroländer müssten für ihre Schulden also mehr zahlen als bisher. In hoch verschuldete Staaten könnte dagegen der Sparzwang nachlassen, weil sie billiger zu Geld kommen. Deutschland und Österreich sind daher strikt dagegen.

Was sind Elite-Bonds?
In der Eurozone verfügen sechs Länder über die Top-Bonitätsbewertung AAA: Deutschland, Österreich, Frankreich, Finnland, die Niederlande und Luxemburg. Die Idee ist es, dass die Länder dieses Triple-A-Klubs vorangehen und unter anderem der strengen Kontrolle ihrer Defizite und Haushalte zustimmen. Ist das geschehen, könnten sie gemeinsame Anleihen ausgeben. Die Hoffnung dahinter ist, dass andere Länder eisern sparen und diesem Beispiel folgen. Elite-Bonds könnten letztlich in Eurobonds münden.