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Wirtschaft
12/05/2011

KURIER-OGM-Umfrage: Ja zu Prämie für längeres Arbeiten

Die Mehrheit befürwortet Sonderzahlung bei späterem Pensions-Antritt. Geteilte Meinung zu höherem Frauen-Pensionsalter.

von Philipp Hacker-Walton

Die Regierung will das Pensionsantrittsalter der Frauen langsam an jenes der Männer heranführen: Bis zum Jahr 2024 soll es bei 60 Jahren bleiben - und dann bis 2033 an jenes der Männer, 65 Jahre, angepasst werden. Eine aktuelle KURIER-OGM-Umfrage zeigt nun, dass die Bevölkerung hier skeptisch ist: 50 Prozent der Befragten halten die Angleichung des Pensionsalters für "nicht gerechtfertigt" (siehe Grafik).

Von jenen, die die Maßnahme befürworten, sagten 55 Prozent, das Tempo der Angleichung sei "zu langsam". Auffällig: 70 Prozent der Männer wünschen sich eine raschere Angleichung; bei den Frauen sagen 53 Prozent, das Tempo sei "gerade richtig".

OGM-Chef Wolfgang Bachmayer spricht vom "Floriani-Prinzip unter den Geschlechtern": "Die Grundbotschaft der Männer ist: Wenn es überall Gleichberechtigung geben soll, dann auch hier. Die Frauen sagen, das Tempo stimmt - ihnen ist die Bluse näher als die Jacke."

Prämien-Modell

Das tatsächliche Pensionsantrittsalter liegt in Österreich derzeit bei 58 Jahren - und soll innerhalb der nächsten zehn Jahre auf 60 steigen. Auch hier ist die Bevölkerung gespalten: 44 Prozent glauben, das reiche, damit die Pensionen finanzierbar bleiben; 47 Prozent sind gegenteiliger Ansicht. SPÖ- und FPÖ-Wähler sind zu 51 bzw. 61 Prozent mit der Maßnahme zufrieden; ÖVP- und Grün-Sympathisanten zu 69 bzw. 58 Prozent unzufrieden.

Zustimmung gibt es für das Modell der Sozialpartner, die jene, die länger arbeiten wollen, mit bis zu 4000 Euro pro Jahr (max. 9000 Euro für drei Jahre) belohnen wollen: 59 Prozent halten das für einen Anreiz, länger zu arbeiten. Unter den Berufstätigen würden jedoch nur 39 Prozent diese Prämie nutzen; 34 Prozent würden lieber früher in Pension gehen.

Bachmayer: "Der Grundgedanke, mehr Geld fürs Arbeiten zu bekommen, wird befürwortet, gerade in Zeiten von Euro-Rettungsschirmen und Bankenhilfen. Allerdings sind die näheren Bedingungen des Modells noch nicht bekannt, sodass viele nicht wissen, ob sie nicht doch lieber früher in Pension gehen."

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