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Kosten fürs Wohnen
12/06/2013

Ungerecht und auch noch deutlich teurer

Es werden weniger Wohnungen mit Wohnbauförderung gebaut. Die Mieten in den großen Städten steigen. Die neue Regierung hat Handlungsbedarf.

von Andreas Anzenberger

Im Gründerzeithaus lässt es sich gut leben. Zumal die Miete von 1 €/m2 Euro durchaus als wohlfeil bezeichnet werden kann. In der schon ziemlich abgewohnten Eigentumswohnung aus den 50er-Jahren schaut die Wohnwelt anders aus. Die Miete beträgt stolze 12 €/m2.

Das Problem beim Wohnungsmarkt sind nicht die statistischen Durchschnittswerte, sondern die Ausreißer nach oben und unten.

Deutlich teurer

Massive Preissteigerungen deutlich über der Inflationsrate gab es in den vergangenen Jahren laut demWohnhandbuch 2013in Salzburg, Innsbruck und zuletzt vor allem in Wien. Wegen des anhaltenden Zuzugs wird sich die Preisspirale in Wien weiter nach oben drehen. Bisher hat die Politik darauf lediglich mit Pressekonferenzen reagiert. „Wir werden sehen, ob im neuen Koalitionsübereinkommen zum Thema Wohnen mehr stehen wird, als nur Überschriften“, artikuliert Josef Schmidinger, Generaldirektor der s-Bausparkasse, eine gewisse Erwartungshaltung.

Es gibt aber auch Befürchtungen, die nächste Regierung könnte das Falsche tun. Teile der SPÖ und der Grünen drängen auf eine Senkung der Zuschläge zu den Mieten per Gesetz. Die Zuschläge – etwa für Lage oder Ausstattung der Wohnung – sollen für eine Preisdifferenzierung zwischen guten und weniger guten Wohnungen sorgen. Das funktioniert allerdings nicht wirklich gut.

Klaus Lugger, Aufsichtsratschef der gemeinnützigen Bauträger, befürchtet, dass Mietensenkung per Gesetz zu illegalen Ablösen führen wird sowie zu einem Stopp des Neubaus von freifinanzierten Mietwohnungen. Er tritt für die Wiedereinführung der Zweckbindung der Wohnbauförderung ein. Das soll auch für jene Mittel gelten, die durch Rückzahlung der Förderung den Ländern zugutekommen.

Deutlich weniger

Früher wurden mehr als 80 Prozent der Neubauwohnungen über Wohnbauförderung mitfinanziert. Derzeit sind es nur mehr 60 Prozent.

In Österreich wird mit 21,6 % Prozent vom privaten Konsum weniger fürs Wohnen ausgegeben als im EU-Durchschnitt (24,2 %). Allerdings müssen laut Wolfgang Amann vom „Institut für Immobilien, Bauen und Wohnen“ fünf Prozent der Österreicher mehr als 40 Prozent dafür aufwenden.

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