Kurt Weinberger, Chef der Hagelversicherung, und Bildungsminister Heinz Faßmann

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Wirtschaft
05/13/2019

„Klimaschutz in den Lehrplänen verankern“

Faßmann: "Wissenschaft entscheidend im Kampf gegen die Klimakrise". Hagelversicherung-Weinberger fordert breite Allianz

Österreich müsse im Kampf gegen den Klimawandel eine möglichst breite Allianz aus Wissenschaft und Forschung aufbauen, sagte Wissenschaftsminister Heinz Faßmann. Ziel sei eine stärkere Verankerung des Themas Klimaschutz in den Lehrplänen der Schulen.

Im Rahmen der Leistungsvereinbarung zwischen dem Ministerium und den 22 öffentlichen Universitäten wird jede Uni ihre Expertise und Forschungsstärke im Rahmen der UN-Nachhaltigkeitsziele einbringen. Die Universität für Bodenkultur hat die Themenführerschaft für vier Ziele (Bildung, Klimawandel, Sauberes Wasser und Leben am Land) übernommen.

„Wir brauchen im Kampf gegen die Klimakrise ein stärkeres Bewusstsein über die Auswirkungen. Hier muss bereits in den Schulen angesetzt werden“, forderte Kurt Weinberger, Chef der Hagelversicherung und Vorsitzender des Unirates der Bodenkultur. Es brauche dringend einen gesellschafts- bzw. wirtschaftspolitischen Wandel und ein Umdenken jedes Einzelnen. „Die young generation ist hier zu Recht besonders sensibilisiert, geht es doch um deren Zukunft“, argumentierte Weinberger.

Faßmann schnitt beim Nachhaltigkeitsfrühstück der Hagelversicherung auch das politisch sensible Thema der Raumordnung an. Diese sei in Österreich sehr stark kommunal orientiert, je mehr Menschen in einer Gemeinde leben, desto größer seien die finanziellen Ressourcen über den Finanzausgleich. Immer mehr Grund werde als Bauland ausgewiesen, in einer breit gestreuten Art und Weise.

Daher bräuchte Österreich eine „übergeordnete Raumordnung wie zum Beispiel in Bayern“. Über die Landesraumordnung können die Bayern viel stärker in die kommunale Selbstbestimmung eingreifen. In Österreich ist das unrealistisch. Die Gemeinden können seit 1962 die Raumordnung verfassungsrechtlich verbrieft selbst bestimmen. Das zu ändern sei „grundsätzlich schwierig“, gibt Faßmann zu. Dafür bräuchte es eine Verfassungsmehrheit.