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Wachstum
11/14/2013

Kleines Pflänzchen Konjunktur bekommt etwas mehr Kraft

Die heimische Wirtschaft wächst wieder wahrnehmbar, der Konsum nimmt zu.

von Christine Klafl

Langsam, aber doch geht es aufwärts. Die heimische Wirtschaftsleistung (BIP) ist im dritten Quartal im Vergleich zum Vierteljahr davor um 0,2 Prozent gewachsen. Das ist zwar nicht viel, man kann es aber auch positiv sehen. Nach einigen Quartalen mit mehr oder weniger Stagnation war das der beste Wert seit einem Jahr. Und: Es gibt Genesungsanzeichen in etlichen Bereichen.

Ein Beispiel dafür sind die Ausgaben der Verbraucher. Die Konsumausgaben der privaten Haushalte, bei denen bereits seit Anfang 2012 Ebbe herrschte, sind real (abzüglich der Inflation) leicht gestiegen. Angesichts der winzigen Sparzinsen scheinen die Verbraucher ihr Geld lieber auszugeben als auf die hohe Kante zu legen.

Endlich positiv entwickeln sich auch die Ausgaben der Unternehmen für Ausrüstungen oder Bauten (Bruttoanlageinvestitionen genannt). Beim Export heimischer Waren und Dienstleistungen hat die Dynamik über den Sommer zwar nachgelassen, es wurde aber immer noch um 0,2 Prozent mehr exportiert als im Quartal davor.

Grund zur Hoffnung liefert auch die Bauwirtschaft. Deren Wertschöpfung baute sich um 0,3 Prozent auf, nachdem sie im ersten Halbjahr zurückgegangen war.

Mit einem Quartalsplus von 0,2 Prozent hat Österreich ein doppelt so hohes Wachstum wie der Durchschnitt der Eurozone geschafft. Innerhalb des Währungsraums gibt es allerdings große Differenzen. Die Wirtschaft der Niederlande etwa hat nach einjähriger Rezession wieder etwas Tempo aufgenommen. Unter den Wachstumsländern findet sich – wie schon im Vorquartal – auch das Sorgenkind Portugal. Frankreich dagegen, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Eurozone, enttäuschte. Mit einem überraschenden Schwund der Wirtschaftskraft über den Sommer droht das Land wieder in die Rezession zu rutschen.

Kroatien

Vom EU-Neuzugang Kroatien gab es zwar keine neuen BIP-Werte (im Gesamtjahr dürfte es ein Minus von 0,7 Prozent geben). Dafür aber revidierte Budgetzahlen. Laut Regierung in Zagreb wird das Defizit heuer 4,8 Prozent ausmachen – und nicht 3,0 Prozent wie angenommen. Kroatien will nächstes Jahr unter anderem die Tourismussteuer anheben.

Vorwärts

Die Niederlande haben eine einjährige Rezession verlassen. Als Konjunkturlok der Eurozone erweist sich einmal mehr Deutschland (0,3 Prozent Quartalsplus). Das Krisenland Spanien schafft ein Mini-Wachstum (0,1 Prozent).

Rückwärts

Frankreich meldet überraschend einen BIP-Rückgang. Italien steckt weiter in der Rezession, die Wirtschaft schrumpft aber nur noch leicht. In Zypern ist der Sog nach unten ausgeprägt – die Wirtschaft verliert 0,8 Prozent.

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