Wirtschaft
11.01.2012

Kirchenglocken gegen "Finanzübermacht"

Schließt die Mailänder Börse, läuten im norditalienischen Povegliano die Glocken – aus Protest gegen den Turbokapitalismus.

Wenn die Mailänder Börse um 17.30 Uhr schließt, läuten in dem norditalienischen Ort Povegliano die Kirchenglocken: Pfarrer Don Giovanni Kirschner lässt die Klöppel seit dem Jahresende täglich zu der ungewohnten Zeit schwingen, "um gegen die Übermacht der internationalen Finanzwelt zu protestieren".

Er wolle die Gläubigen in Zeiten der globalen Krise wachrütteln und das Bewusstsein für notwendige Finanzregeln schärfen, schrieb die Zeitung Il Gazzettino. Der Pfarrer des Ortes im Trentino ist für originelle Initiativen für sozial Schwache bekannt. Der Geistliche veranstaltet in dem 5000-Einwohner-Dorf auch Seminare zu ethischen Bank-Maßstäben. Mit dem jetzigen Geläut werbe er dafür, einen Finanzmarkt unter Kontrolle zu bringen, "bei dem wenige Reiche das Los von Milliarden Menschen entscheiden."