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Wirtschaft
09/18/2019

Kellner sind am unzufriedensten, Banker am glücklichsten

Die Arbeiterkammer hat die beliebtesten und unbeliebtesten Berufe eruiert. Dabei gibt es einige Überraschungen.

von Thomas Pressberger

Stress, schlechte Bezahlung, sinnlose Tätigkeiten und schlechtes Arbeitsumfeld – das sind die häufigsten Gründe, warum Menschen ihren Beruf oder Arbeitgeber wechseln wollen. Am unglücklichsten mit ihren Jobs sind Kellner und Schankkräfte. 39 Prozent von ihnen träumen davon, das Tablett an den Nagel hängen zu können. Das besagt der aktuelle Arbeitsklima-Index der Arbeiterkammer Oberösterreich. In der Gastronomie und im Tourismus ist die Unzufriedenheit generell groß, nimmt man alle Bereiche zusammen, wollen 32 Prozent wechseln.

Unschlüssige Berater

Auf Platz zwei der unbeliebtesten Jobs finden sich die Regalbetreuer. Hier sind es 36 Prozent, die nicht mehr wollen. Auf den weiteren Plätzen folgen Marketing-Mitarbeiter und Sozialarbeiter (27 Prozent), Unternehmensberater (26 Prozent) und Maurer (22 Prozent). Am zufriedensten mit ihrem Job sind Bankangestellte, nur 7 Prozent streben einen Jobwechsel an.

Dahinter folgen ex aequo Polizisten, Pfleger und öffentlich Angestellte, nur 8 Prozent wollen in diesen Bereichen ihren Beruf wechseln. Dass die als sehr fordernd geltenden Pflegeberufe so gut abschneiden, erklärt sich Sozialforscher Christoph Hofinger vom Sozialforschungsinstitut SORA, damit, dass die Arbeit sehr motivierend sei und den Menschen das Gefühl gebe, etwas Gutes zu tun. Auf Platz drei folgen Lehrer und Kindergärtner (9 Prozent), dahinter Installateure und Schlosser (10 Prozent).

Es lassen sich einige Muster bei der Job-Zufriedenheit erkennen. Jüngere sind tendenziell wechselbereiter, sie sind meist noch nicht dort angekommen, wo sie hinwollen, meint Hofinger. Menschen mit dem niedrigsten Bildungsabschluss (Pflichtschule) und dem höchsten (Universität) sind ebenfalls am wechselfreudigsten. Erstere müssen oft etwas Neues finden, Letztere könnten das am leichtesten.

Glückliche Burgenländer

Die Wechselwut ist in den Bundesländern sehr unterschiedlich ausgeprägt. In Wien streben 30 Prozent einen neuen Job an, Salzburg liegt mit 24 Prozent auf Platz zwei. „Urbane Arbeitsplätze sind volatiler als jene am Land“, sagt Hofinger. Auf den weiteren Plätzen folgen Vorarlberg, Oberösterreich, Niederösterreich, Kärnten, Steiermark und Tirol in knappen Abständen. Nur im Burgenland gibt es mit 5 Prozent wenig Begehrlichkeiten.

Die Unzufriedenheit nimmt laut Hofinger zu: „Vor vier Jahren wollte jeder Sechste seinen Job wechseln, heute ist es jeder Fünfte.“ Unternehmer sollte das alarmieren, denn je Unzufriedener die Mitarbeiter sind, desto höher die Fluktuation und die Kosten und desto niedriger die Effizienz. Dabei gäbe es oft einfache Lösungen, meint Hofinger. Zum Beispiel einen Mitarbeiter in einem anderen Bereich einzusetzen.

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