Fiat Chrysler und Renault wollen sich verschmelzen

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Wirtschaft
06/05/2019

Abgebremst: Keine Eile bei Fusion von Renault und Fiat-Chrysler

"Wir sollten uns Zeit nehmen, um sicherzustellen, dass die Dinge gut erledigt werden", sagte der Finanzminister.

Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire sieht bei den Gesprächen über das Fusionsangebot von Fiat Chrysler für Rivale Renault keinen Grund zur Eile. "Wir sollten uns Zeit nehmen, um sicherzustellen, dass die Dinge gut erledigt werden", sagte Le Maire am Mittwoch dem Sender BFM.

"Wir wollen diese Fusion machen", betonte Le Maire und unterstrich, dass die französische Regierung Job-Garantien fordere. Renaults Verwaltungsrat will heute, Mittwoch, weiter über den gut 30 Mrd. Euro schweren Zusammenschluss mit Fiat Chrysler beraten.

Frankreich ist an Renault mit 15 Prozent beteiligt

Renault hatte am Dienstagabend mitgeteilt, dass der Verwaltungsrat die Möglichkeit einer Fusion weiter mit Interesse prüfen und die Diskussion darüber fortsetzen wolle. Insidern zufolge hatten Fiat Chrysler und die französische Regierung einen Kompromiss über die künftige Beteiligung des Staates an Renault gefunden und damit die Grundlage geschaffen für den Start formeller Gespräche. Frankreich ist an Renault mit 15 Prozent beteiligt.

Affäre um Ex-Renault-Manager

Frankreich hat in der Affäre um den früheren Renault-Spitzenmanager Carlos Ghosn rechtliche Schritte angekündigt. Es werde Anzeige erstattet, bestätigte der französische Wirtschaftsminister Bruno Le Maire am Mittwoch dem Fernsehsender BFMTV. Wenn der Staat Aktionär eines Unternehmens sei, müsse er sicherstellen, dass dessen Führung gut funktioniere, so Le Maire.

Elf Millionen Euro zweifelhafte Ausgaben

Frankreich hält 15 Prozent an der Renault-Gruppe. Bis wann die Anzeige eingereicht werden solle, sagte Le Maire zunächst nicht. Renault hatte bei einer Tochtergesellschaft in den Niederlanden zweifelhafte Ausgaben von zusammen rund elf Millionen Euro entdeckt. Wie der Renault-Verwaltungsrat am Dienstagabend mitteilte, geht es dabei unter anderem um Kosten für Flugreisen des früheren Konzernchefs Ghosn. Auch in den Niederlanden sollten nun rechtliche Schritte gegen Ghosn geprüft werden.

Nach der Verhaftung

Eine Überprüfung der gemeinsamen Tochtergesellschaft mit dem japanischen Partner Nissan bestätigte erste Hinweise, wonach es dort ebenfalls Mängel gab im Hinblick auf die finanzielle Transparenz und Verfahren zur Ausgabenkontrolle. Nach der Verhaftung Ghosns in Japan war das von ihm geschaffene und kontrollierte französisch-japanische Auto-Bündnis zwischen Renault, Nissan und Mitsubishi in eine schwere Krise geraten. Ghosn war ein Verstoß gegen Börsenauflagen in Japan vorgeworfen worden.