WKO-Ladies Lounge in Alpbach

Aleksandra Izdebska
Foto: KURIER /gruber franz

120 Chefinnen aus ganz Österreich besuchten die Ladies Lounge der WKO. Zu Gast: Gründerin Aleksandra Izdebska.

Als 15-jähriges Mädchen hat mich der Papa gefragt: Interessierst du dich für Sprachen? Willst du das wirklich gut lernen? Klar wollte ich. So bin ich nach Österreich gekommen." Aleksandra Izdebska erzählt bei der traditionellen WKO-Ladies Lounge in Alpbach von ihrem Umzug von Polen nach Österreich. Weil der Vater hier geschäftlich tätig war und die Familie zusammen sein wollte. Sie ist geblieben und hat, gemeinsam mit ihrem Mann, das Unternehmen DiTech aufgebaut. "Er ist der Techniker", erzählt sie, "er hat alte Rechner repariert und mein Schlafzimmer zugemüllt. Bis ich gesagt habe: Damit ist jetzt Schluss, wir machen das jetzt ordentlich." Das war der Startschuss zur Firmengründung. Heute ist DiTech ein Computer-Fachgeschäft mit 16 Filialen und 300 Mitarbeitern. Tendenz stark wachsend.

"Wir - mein Mann und ich - hatten am Anfang keine Aufgabenteilung. Das war ein Fehler. Heute haben wir unsere Bereiche klar getrennt". Sie selbst ist vor allem für das Personalmanagement zuständig. Und würde sich auch in ihrem Betrieb mehr Frauen wünschen. "Wir liegen derzeit bei 10 Prozent Frauen, aber es werden immer mehr." Die Bewerbungsgespräche führe sie nach wie vor alle selbst. Chefinnensache sozusagen. Dass sie auch Mutter von zwei Kindern ist, sei eine Herausforderung. "Die Kinder brauchen Zuwendung und gute Betreuung. Klar stellt sich auch mir die Frage: Wie kann ich Arbeit und Familie vereinen? - Wo ich doch beides sehr ernst nehme. Die Familie stehe trotz allem immer an erster Stelle. Auch wenn sie sehr viel arbeite. "Wenn ich Zeit mit meinen Kindern verbringe, lege ich sehr viel Wert auf Qualität." Den Papa gebe es natürlich auch. "Am Sonntag", scherzt Izdebska.

Bei allen Verantwortungen und Tätigkeiten, die das Unternehmerinnen-Dasein so mit sich bringt, sieht die Geschäftsführerin im Selbstständigsein einen klaren Vorteil gegenüber den Angestellten. "Wir sind flexibel und selbstbestimmt. Das ist sehr praktisch, wenn man einmal schnell weg muss, um Familienagenden zu erledigen."

Wie weiter?

Aleksandra Izdebska bezeichnet sich als Weiterbildungs-Junkie. "Ich habe immer wieder neue Ziele. Ich mache jetzt auch noch die Psychotherapieausbildung. Die lässt sich, weil die Ausbildung am Wochenende stattfindet, gut in meinen Alltag integrieren."
Dass sie Unternehmerin wurde, ist übrigens kein Zufall. Der Vater hat das vorgelebt, auch er war selbstständig und vor allem begeistert von seiner Arbeit. Das sei das wichtigste am Job: "Die Begeisterung muss da sein, dann ist Arbeiten auch nicht beschwerlich." Und dann ist vor allem auch der Umgang mit Niederlagen nicht so schwierig. "Weil man ja im Geschäftsleben auch vieles erlebt, dass einem keine Freude macht."

A. Izdebska: Die DiTech-Chefin

Von Polen nach Wien Aleksandra Izdebska kam 1992 mit ihrer Familie nach Wien, wo sie nach der Schule ein Studium für Dolmetsch und Übersetzung absolvierte. In Wien lernte sie auch ihren Mann Damian kennen.

Die eigene Firma Gemeinsam gründeten sie 1999 die Firma DiTech. Aus einem kleinen Geschäft in Wien 20 wurde ein Betrieb mit 16 Filialen und 300 Mitarbeitern. Das Fachgeschäft für Computer bedient Firmen- und Privatkunden. Zu den Hobbys der zweifachen Mutter gehören Tauchen und Klavierspielen.

(kurier) Erstellt am
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