Berufseinstieg
04/25/2016

Wahlhelfer für die größte Entscheidung

Schon im Alter von 14 Jahren müssen sich Jugendliche entscheiden: Welchen beruflichen Weg will ich gehen?

von Ulla Grünbacher

Welchen Weg soll ich einschlagen? Mit 14 oder 15 Jahren, mitten in der Pubertät, stehen jedes Jahr viele Jugendliche vor dieser Wahl.

Grob gesprochen stehen ihnen drei Möglichkeiten offen: Weiterhin die Schulbank zu drücken, eine Lehre zu machen oder sich ins Arbeitsleben zu stürzen. Was vielen in diesem Alter zu wenig bewusst ist: Mit 15 werden die ersten Weichen für die berufliche Zukunft gestellt. Laut Wiener Arbeitnehmerinnen Förderungsfonds (waff) gab es 2014 rund 16.700 Pflichtschulabgänger in Wien. 60 Prozent besuchten eine weiterführende Schule, 30 Prozent fingen eine Lehre an. Das restliche Zehntel gilt als problematisch, weil es keine Lehrplatz gefunden hat oder keine weitere Ausbildung begonnen hat.

Entscheidungen zu treffen ist in diesem Alter für viele schwierig. Talente, Interessen und Lieblingsfächer stellen immerhin einen erster Anhaltspunkt dar. Der Erziehungswissenschaftler Howard Gardner hat schon in den 1980er-Jahren eine Typisierung entwickelt, weil klassische Intelligenztests seiner Meinung nach nicht ausreichen, um Begabungen festzustellen (siehe Grafik). Damit kann man zumindest eine Richtung erkennen, in die es beruflich gehen könnte.

Berufsmesse

Berufsorientierung, berufspraktische Tage und Tage der offenen Tür helfen ebenso bei der Entscheidung wie Gespräche mit Eltern und Lehrern. "Bei der Berufsmesse L14, die im November stattfindet, können sich Jugendliche und Eltern informieren", sagt Bildungsexpertin der Arbeiterkammer, Ulrike Gollonitsch. "Immer mehr Firmen, die sich dort präsentieren, stellen ihre Angebote auf 14-Jährige ab." Bei der Berufs- und Ausbildungswahl geht es aber nicht nur um die Frage, womit man sich gerne beschäftigt, sondern auch um die Anforderungen, die man an sich selbst stellt: Soll eine gemütlicher Arbeitsalltag angestrebt werden oder eine Führungsposition?

Beruhigend ist, dass man falsche Entscheidungen korrigieren kann. Fest steht: Nur mit Pflichtschule allein hat man auf dem Arbeitsmarkt wenig Chancen. "Von den 160.000 Arbeitslosen in Wien haben mehr als die Hälfte höchstens Pflichtschulabschluss", sagt waff-Geschäftsführer Fritz Meiß. "Oft liegt das am misslungenen Übergang von der Pflichtschule in eine Ausbildung." In Wien sind es heuer 6000 Jugendliche zwischen 15 und 18, die ihre Ausbildung abgebrochen haben. Es ist wichtig, sich mit der Berufswahl auseinanderzusetzen – für ein erfülltes Leben.

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