Mara Molitor reiste als Reisetesterin um die Welt

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Wirtschaft Karriere
09/03/2016

Praktikum: In 180 Tagen um die Welt

Sechs Monate auf Weltreise und dafür auch noch bezahlt bekommen: Junge Österreicher haben die Chance auf ein ungewöhnliches Reise-Praktikum.

von Nicole Thurn

Es ist drei Uhr nachts, irgendwo in Bolivien. Der Reisebus, mit dem Mara Molitor unterwegs ist, hat den Geist aufgegeben. Motorschaden. Ohne Internet- und Handyempfang heißt es Warten. Mara Molitor behält die Nerven.

Die 21-Jährige reist um die Welt, und das nicht nur zum Spaß. Sie hat eine Mission. Für die Reise-Plattform Urlaubsguru.de testet sie Urlaubsschnäppchen. Sie schwimmt mit Riesenschildkröte Jeffrey im Indischen Ozean, reitet auf einem Kamel durch die Wüste in Abu Dhabi, fliegt mit dem Helikopter über den Grand Canyon und springt in Las Vegas vom252 Meter hohen Stratosphere Tower. Das alles tut sie in sechs Monaten für ein Monatsgehalt von rund 1400 Euro brutto. In sechs Monaten hat sie mehr als 40 Destinationen besucht.Im Mai ist sie von ihrem Abenteuer zurückgekehrt. "Am meisten beeindruckt hat mich die kleine Insel Isla del Sol im Titicaca-See", erzählt die Stuttgarterin. "Dort leben die Menschen noch ursprünglich."

Praktikant gesucht

Erstmals vergibt auch der österreichische Ableger Urlaubsguru.at für junge Österreicher ein Praktikum als Reisetester. Ab sofort können sich Reisefiebernde und Weltenbummler auf der Webseite bewerben, im Jänner 2017 heißt es für den Gewinner, Koffer packen und raus in die Welt. "In den ersten zwölf Stunden sind bereits mehr als 200 Bewerbungen bei uns eingegangen", erzählt Urlaubsguru.at-Chef Daniel Frick. Gefragt sind Reiselust und -erfahrung und gute Englischkenntnisse. Flugangst und Heimweh sind hinderlich. Man sollte auch gut schreiben, fotografieren, Videos drehen können und sich mit Facebook, Instagram und Snapchat auskennen. "Der Praktikant oder die Praktikantin sollte für den Blog jeden Tag etwas Neues liefern. Wir werden auch Challenges mitgeben – wie etwa eine Wüstentour oder Stelzenfischen in Sri Lanka", verrät Frick.

Auffallen erwünscht Bewerbern empfiehlt Mara Molitor, ihrer Kreativität freien Lauf zu lassen. Sie schnitt ein Video mit Clips von ihren besten Reisen, versendete den USB-Stick samt Fotocollage als Flaschenpost an Urlaubsguru: "Ich wollte ein bisschen herausstechen." Bei der damaligen Bewerberzahl von 5000 war das auch nötig. Molitor legt das Praktikum auch nur Reiseerfahrenen ans Herz: "Gleich nach dem Abi hätte ich das nicht geschafft. Man ist sechs Monate allein, das kann kräftezehrend sein", erzählt sie. Schon vor dem Praktikum war sie als Backpackerin in Südostasien unterwegs, ein halbes Jahr lebtesie in Kapstadt, arbeitete in einer Filmproduktionsfirma.

Das Reisen wird sie wohl auch als Dokumentarfilmerin beibehalten. Ab Oktober beginnt Molitor ihr Regiestudium an der Filmhochschule in München.

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