Valentin Stalf, 33, Gründer von N26

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Wirtschaft | Karriere
08/03/2019

N26-Gründer Valentin Stalf: „Wir können einmal zehn Milliarden wert sein“

Der 33-jährige Gründer der Online-Bank N26 gehört zu den hundert reichsten Österreichern. Mit dem KURIER sprach er über das Potenzial seiner Firma.

Valentin Stalf ist stolz auf seine Handy-App. Er streicht mit der Hand über den Bildschirm, ohne ihn zu berühren – wusch, die Beträge auf seinem Konto verschwimmen bis zur Unkenntlichkeit. Er streicht nochmals drüber – wusch, alles wieder lesbar. Eines der Features der N26-App, die Valentin Stalf und Maximilian Tayenthal erfunden haben.

Die beiden sind vor ein paar Jahren losgezogen, um die Bankenwelt aufzurütteln. Heute hat die Online-Bank N26 mehr als 600 Millionen Euro Venture Capital eingesammelt, ist 3,1 Milliarden Euro wert und damit das wertvollste Start-up Deutschlands. Gründer Valentin Stalf, 33, ist nur sechs Jahre nach dem Start des Unternehmens einer der hundert reichsten Österreicher.

Vergangene Woche war Stalf Gast beim Salzburg Summit. Er saß mit Karl-Theodor zu Guttenberg am Podium, diskutierte über „Paralyzed Politics“. Valentin Stalf, mehr Typ Surfer als Banker, beige Stoffhose, offenes Hemd, Plastikuhr, lobte den in Europa gut regulierten Bankensektor und kritisierte gleichzeitig seine Trägheit. Für das Wachstum seines Geschäfts gebe es aber nur zwei Faktoren: mehr Kunden und mehr Mitarbeiter. Erstere seien einfacher zu kriegen.

KURIER: Wieso sind Sie ins Banking gegangen? Ein altes, traditionelles, manche meinen sogar langweiliges Geschäft?

Valentin Stalf: Ich habe gesehen, dass im Retail Banking viele Kunden unzufrieden waren, es eine große Trägheit der Banken bei der Digitalisierung gibt. Konventionelles Banking ist immer kompliziert: Formulare, mühsame Prozesse. Bei uns eröffnet man ein Konto in fünf Minuten am Handy.

Sie haben das Bankwesen lässig gemacht: schwarze Metallkarte, mobile Anwendung, viel Transparenz.

Wir haben eine neue Brand kreiert: Wie man sich eine neue Hose oder Schuhe kauft, die einem gefallen, gibt es jetzt auch eine lässige Bank, die einem gefällt.