Wirtschaft | Karriere
05.07.2017

Medizinstudium: Endspurt zum Test

15.991 angehende Mediziner rittern am Freitag um 1620 Plätze.

Am Freitag den 7. Juli ist es soweit. 15.991 angehende Medizinstudenten treten an, um den Aufnahmetest zu meistern. Sie rittern um 1620 Plätze. Nur jeder zehnte wird es auch schaffen. Die meisten haben monatelang für diesen Tag gelernt. Haben Bücher gewälzt, einen der Vorbereitungskurse besucht und vielleicht auch die Testsimulation in Form einer Generalprobe absolviert. Dennoch wird es für die Mehrheit heißen: Zurück an den Start.

In Wien sind es 8030 Bewerber für 740 Plätze. Rechnerisch kommen damit in Wien elf Studienwerber auf einen Platz, in Innsbruck und Graz je neun und in Linz acht. Aufgrund der Masse an Bewerbern wickeln alle Unis den Test an externen Standorten ab - in der Bundeshauptstadt in der Messe Wien, in Graz in der Stadthalle, in Innsbruck in den Messehallen und in Linz im Designcenter. Im Schnitt erschienen in den Vorjahren rund 80 Prozent der Angemeldeten auch zum Test. Für die Teilnahme am Aufnahmeverfahren waren 110 Euro zu bezahlen. Mit diesen Einnahmen wird das allein in Wien 900.000 Euro teure Aufnahmeverfahren finanziert.

Großer Aufwand

Die Vorbereitungen in Wien laufen auf Hochtouren. Tausende Stifte, Müsliriegel, Sessel und Tische müssen in die Messehalle gebracht werden. Für einen reibungslosen Ablauf sorgen laut MedUni Wien 120 Sicherheitsmitarbeiter und ein Team aus 380 Lehrenden, Verwaltungsmitarbeitern, Tutoren und Messe-Mitarbeitern. Die Sicherheitsvorkehrungen sind hoch: Neben 26 Sicherheitsschleusen kommen auch 39 Handsonden zum Einsatz. Dabei geht es unter anderem darum, das Einschleusen von Handys zu verhindern.

Beim für rund neun Stunden inklusive Pausen (08:00–17:00 Uhr) anberaumten schriftlichen Aufnahmetest für Humanmedizin (MedAT-H), wird das schulische Vorwissen aus Biologie, Chemie, Physik und Mathematik, Lesekompetenz und Testverständnis sowie kognitive Fertigkeiten (Zahlenfolge, Gedächtnis und Merkfähigkeit, Figuren zusammensetzen, Wortflüssigkeit, Implikationen erkennen) im Multiple-Choice-Format überprüft. Im Testteil „Soziales Entscheiden“ gibt es seit heuer einen neuen Bereich, nämlich „Emotionen erkennen“: Dabei müssen die Bewerber anhand der Beschreibung einer Situation feststellen, wie sich ihr Gegenüber fühlt. Die Aufnahmeprüfung für Zahnmedizin (MedAT-Z) ist großteils ident mit dem MedAT-H, die Testteile zu Textverständnis und Implikationen erkennen werden aber ersetzt durch einen Test in Drahtbiegen und Formen spiegeln, bei dem die Kandidaten ihre manuellen Fertigkeiten nachweisen müssen.

Ergebnisse

Die Resultate werden voraussichtlich Mitte August vorliegen. Bei der Auswertung wird der Wissensteil BMS (Biologie, Chemie, Physik, Mathematik) mit 40 Prozent gewertet, der Teil Textverständnis mit zehn Prozent, der Teil kognitive Fähigkeiten Zahlenfolgen, Gedächtnis, Figuren zusammensetzen, Wortflüssigkeit, Implikationen erkennen auch mit 40 Prozent und schließlich die Sozial-Emotionale Kompetenzen und Soziales Entscheiden, Emotionen erkennen mit zehn Prozent.

So bekämpft man die Prüfungsangst

Die schlechte Nachricht ist: Vermeiden lässt sich die Situation nicht. Die gute Nachricht ist: Prüfungsangst lässt sich bewältigen.

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Bildnummer: 34134583 Jugendlicher, Mann,Tafel.Formeln, Mathematik,Wissenschaft
1. Die eigene Einstellung überprüfen: Ein bisschen Angst vor einer Prüfung ist normal. Wichtig ist, sich nicht selbst zu überfordern. Häufig sind die Ansprüche an sich selbst zu hoch. Wer seinen Perfektionismus und den Gedanken an Spitzenleistungen über Bord wirft, entspannt automatisch.

2. Entspannen: Herzrasen, kalter Schweiß, Übelkeit? Kein Grund, jetzt in Panik zu geraten. Schließen Sie für einen Augenblick die Augen und atmen ein paar Mal tief durch. So lässt sich der Stress wegatmen.

3. Positiv denken: Sätze wie „Das schaff ich sowieso nicht“ oder „Ich kann gar nichts“ sind tabu. Auch wenn es zu Beginn schwerfällt: Die innere Einstellung ist wichtig. „Ich schaffe das“ sollte jetzt das Mantra lauten.

4. Richtige Vorbereitung: Wer gut vorbereitet, ausgeschlafen und konzentriert ist, braucht auch keine Angst zu haben.