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Wirtschaft Karriere
08/08/2021

Buchtipp: Kreativ sein mit John Cleese

Für Monty Python hat John Cleese legendäre Sketche erdacht. In seinem neuen Buch „Kreativ sein und anders denken“, zeigt er, wie jeder auf solche Ideen kommen kann. Die wichtigsten Empfehlungen.

von Theresa Kopper

Kreativ sind nur große SchriftstellerInnen, alte Meister und gefeierte Popstars? Seit Ewigkeiten gilt Kreativität als  seltenes Geschenk, das dem einen in die Wiege gelegt wird und dem anderen eben nicht. „Dabei ist dieser Mythos verkehrt“, schreibt John Cleese in seinem neuen Buch „Kreativ sein und anders denken“. Seine Kernbotschaft darin: Kreativ sein kann jeder, wir müssen es nur wieder lernen. „Ich glaube, dass alle Kinder kreativ sind, weil sie wissen, wie man spielt. Aber unser Bildungssystem und unsere Gesellschaft im Allgemeinen treiben den Leuten die Kreativität aus“, sagte das Monty Python Urgestein einst in einem Interview. 

Der Geist braucht Ruhe

Mit seiner Ode an die Kreativität möchte er dieser Entwicklung entgegenwirken. Auf gut 100 Seiten berichtet er nicht nur über seine Erfahrungen, wie er als Komiker  Sketche geschrieben hat, sondern gibt auch Hinweise und Praxisempfehlungen für jene, die das Kreativsein womöglich schon verlernt haben. Sein wichtigster Tipp dabei: Lassen Sie den Geist zur Ruhe und die Ideen aus dem Unterbewusstsein kommen. Erst dann solle man das  logisch-analytische Denken einsetzen, um die Idee auf Herz und Nieren zu überprüfen. Dieser ständige Wechsel von Kreativmodus und kritischer Überprüfung mache viele Ideen erst brillant. 

Die Unsicherheit der Kreativen

Und noch etwas gibt Cleese mit auf den Weg: Wann eine Idee kommt und ob sie gut ist, lasse sich nicht vorhersagen. „Mit dieser Unsicherheit müssen kreative Menschen umgehen.“  

Inspiration suchen

Am Anfang jedes kreativen Prozesses steht eine Idee. Als Anfänger ist es nicht sehr wahrscheinlich, dass diese Idee gleich eine Glanzleistung ist. „Leihen Sie sich also eine Idee von jemand anderem, verinnerlichen Sie sie, indem Sie  beginnen damit zu spielen ohne dabei sklavisch zu kopieren“, rät Cleese. 
Und wem bei der Vorstellung einer solchen „Anleihe“ mulmig wird, solle auf den berühmten Shakespeare schauen. „Der hat alle seine Handlungen gestohlen und sie dann ziemlich kreativ weiterentwickelt.“  

Immer weiter spielen

In  Kunst und Wissenschaft kommt es immer wieder  vor, dass erfolgreiche Kreative nie wieder die Originalität und Strahlkraft ihrer ersten Werke erreichen. „Grund dafür ist, dass Anfänger in ihrer Herangehensweise mitunter eine Frische an den Tag legen, die mit der Zeit verblasst“, schreibt Cleese. Dieses „Frische-Niveau“ zu halten, sei nicht einfach. Einige berühmte Beispiele schafften es trotzdem. Der Physiker Richard Feynman etwa. Er verbrachte viel Zeit am Schlagzeug,  „Dieses Spielen hält Sie frisch“, meint der Autor.  

Rückschläge akzeptieren

Beim Versuch etwas Originelles zu produzieren gibt es gute und schlechte Tage. Eine Erfahrung, die auch Cleese kennt. Solche Blockaden seien aber keine Unterbrechungen im Kreativprozess  – sie seien Teil den Ganzen. Man müsse lernen, unproduktive Phasen als Vorbereitungen für die kreativen anzuerkennen. Und man sollte keinesfalls aufgeben. Bleiben Sie sitzen, bis das Unterbewusstsein bereit ist, ein paar Dinge auszuspucken.   

Die Meinung anderer hören

Nach dem Verfassen einer Idee kann es hilfreich sein, sich Feedback von Außen zu holen. Es ist wichtig über die geäußerten Probleme nachzudenken und diese auch selbst zu beheben.  „Die Leute, um deren Meinung Sie gebeten haben, werden Ihnen ebenfalls Lösungen  anbieten. Die ignorieren Sie bitte komplett. Weil die anderen nämlich keine Ahnung haben, wovon Sie reden“, sagt Cleese. 

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