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Wie man Kinder auf die KI-Arbeitswelt vorbereitet

KI wird die Arbeitswelt der nächsten Generation prägen. Wie bereitet man Kinder darauf vor, und wie sollen sie ihren Beruf wählen?
Ein Junge berührt neugierig mit dem Finger die Spitze eines Roboterfingers.

Kinder mit Tablets in der Hand, die mit Chatbots sprechen, Fragen stellen und mit der neuen Technik spielen. Ein befremdliches und für manche Eltern vielleicht sogar beängstigendes Bild. KI als Teil der Kinderwelt? Ist eine frühe Annäherung gut? Früher oder später werden auch die Jüngsten mit Künstlicher Intelligenz arbeiten müssen. Doch wie bereitet man sie schon heute auf eine KI-Arbeitswelt vor – und auf Berufe, die es vielleicht noch gar nicht gibt?

Mitarbeiter der Zukunft

Barbara Weißenbacher ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Psychologie der Universität Graz. Gemeinsam mit Aljoscha Neubauer schrieb sie ein Buch darüber, wie man den richtigen Job für sich findet. „Es geht um die Übereinstimmung von Begabungen, Interessen und Persönlichkeit“, fasst Weißenbacher zusammen. Unabhängig davon, wie die Joblandschaft der Zukunft aussieht, könne man sich an diesem Prinzip orientieren.

Fähigkeiten, die definitiv an Relevanz gewinnen werden: Technisches und mathematisches Verständnis, aber auch Kreativität sowie emotionale und soziale Kompetenzen. Der ideale Mitarbeiter der Zukunft soll kritisch denken, hinterfragen und kreative Lösungen entwickeln können, so Weißenbacher. Ebenso entscheidend sei die Wissbegierde: „Weiterlernen zu wollen und offen für neues Wissen zu sein, ist eine zentrale Zukunftskompetenz.“

Ausgerechnet diese Fähigkeiten werden aber durch den zunehmenden Einsatz von KI unter Druck gesetzt, wie eine Studie der Boston Consulting Group (BCG) zeigt.

KI sinnvoll einsetzen

In der BCG-Befragung berichten Führungskräfte von einem übermäßigen Vertrauen in KI, von sinkendem Verantwortungsbewusstsein, weniger konstruktiven Debatten, geringerer Meinungsvielfalt und von schwächerer Zusammenarbeit.

Die Studie zeigt, dass selbst erfahrene Erwachsene und Führungskräfte beim Umgang mit KI an ihre Grenzen stoßen. Wie also sollen Eltern ihren Kindern einen sicheren Umgang vermitteln?

„Das Elternhaus hat in jedem Fall eine Vorbildwirkung“, sagt Weißenbacher. Kinder schauen sich ab, wie Erwachsene mit Veränderungen umgehen. Sorgen rund um KI können dabei schnell zu einer ablehnenden Haltung führen. Davon rät die Expertin ab: „KI zu meiden, ist keine Lösung. In einer modernen Welt kann das auf Dauer kaum funktionieren.“ Ab welchem Alter Kinder mit KI arbeiten sollten, könne sie pädagogisch nicht beantworten. Grundwissen darüber, was KI ist und wie sie funktioniert, könne man aber nicht früh genug vermitteln. „Am besten schon im Volksschulalter.“ Nur wie?

Es braucht Basiswissen

Statt Kindern KI-Ängste mitzugeben, sollte man sich laufend mit ihr auseinandersetzen, sagt Barbara Weißenbacher. „So strahlt man mehr Sicherheit aus.“ Neben der Frage, wie man gute Anfragen formuliert, brauche es ein grundlegendes Verständnis dafür, was KI eigentlich ist. „Es handelt sich weder um einen Menschen noch um ein Lexikon mit geprüften Fakten, sondern um ein statistisches Modell, das auf Wahrscheinlichkeiten beruht.“ Genau dieses Verständnis müsse künftig stärker vermittelt werden, betont Weißenbacher. Denn um die Technologie sinnvoll nutzen zu können, brauche es Basiswissen und kritisches Denken.

Ein erster Schritt wurde vor Kurzem gesetzt: Der Nationalrat beschloss am 7. Juli die Einführung der beiden neuen Unterrichtsfächer „Medien und Demokratie“ sowie „Informatik und Künstliche Intelligenz“ für die AHS-Oberstufe. „Gerade weil sich heute scheinbar alles googeln oder von KI beantworten lässt, müssen junge Menschen verstehen, warum Bildung unverzichtbar bleibt“, so Weißenbacher.

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