Erfolgsgeschichte: Metaller mit Hertz

Sepultura im Rücken: Die Jungs von Catapult Promotion Dominik, Tom, Ronny und Benny (v. li. n. re.) mit PR-Frau Jasmin in der Szene Wien, hinten röhrt die brasilianische Band.
Foto: KURIER/Stephan Boroviczeny

Business zum Headbangen: Mit Catapult Promotion bringen vier Metal-Fans ihre Lieblingsbands auf die Bühne.

Nein, Metal-Fans können doch nicht so sein. So herzlich, aufmerksam und sympathisch wie die vier Jungs von Catapult Promotion. Mit ihrer im April 2008 gegründeten Firma veranstalten sie Metal-Konzerte und vermitteln Bands. Mit einer Leidenschaft, die den Jungs einiges an Freizeit kostet.

Ronny Frohner, 35, begeisterter Metalfan, überprüft bei T-Mobile am Tag die Bonität der Kunden. Nach Feierabend wird er zum Booker bei Catapult. "Ist ein schönes Hobby", lacht er. Und Thomas Urbanek, 20, sieht aus, als würde er die Nacht zum Tag machen. Tut er auch, allerdings mit arbeiten statt feiern. Er macht die Finanzen und Buchhaltung und spielt in diversen Bands. Der 19-jährige Benjamin Bernáth, Kopf des Bookings, hat erst im Juni die Matura abgeschlossen. Der ruhige Junge mit den dunklen Augen ist seither Vollzeit dabei. Schon während der Schulzeit arbeitete er mit: "Ich bin im Physikunterricht mit dem Laptop gesessen und hab' heimlich organisiert." Zu Hause ging's dann weiter. "Je besser es mit Catapult gelaufen ist, desto schlechter wurden die Noten", lacht Bernáth. Der Jüngste ist auf dem Sprung, der neue Kopf der Bande zu werden. Im Frühjahr trieb er sich auf einer Konferenz in den USA herum, um "Agenten aufzureißen", wie er sagt.

Imperium in der Szene

Noch laufen die Fäden beim 22-jährigen Dominik Meyer zusammen - er lernte die anderen Jungs auf Konzerten kennen - "die Szene ist ja klein". Schnell war man sich einig: "Wir gründen ein neues Imperium." Schon in der fünften Klasse in der HAK hatte Meyer für eine Projektarbeit ein Benefiz-Metalkonzert auf die Beine gestellt - mit 500 Besuchern und 5000 Euro für den Sudan. Insgesamt fünf Konzerte veranstaltete er unter dem Label "Metal for Fairness".

Motivationsgeber für Catapult war klar die Leidenschaft für Metal. "Am Anfang haben wir Bands auf die Bühne gebracht, die wir als Fans gern hatten. Aber man muss ja auch auf das Finanzielle schauen", sagt Meyer. Mit der Zeit kamen die Anfragen der Agenturen von selber - meist für Tourneen. So brachte Catapult auch die international bekannte Band Sepultura in die Szene Wien. Mit den Konzerten wollen die Jungs aber nicht ganz groß raus: "Konzerte für über 500 Leute haben in Österreich fixe Partner, da ist es schwierig", sagt Meyer. "Wir wollen eher die Nische, den Underground bedienen, da kennen wir uns gut aus." Anfangs sei es schwierig gewesen, die Balance zu finden: "Man muss wissen, was die Fans hören wollen, muss sich ständig informieren und Trends früh erkennen."

Catapult organisiert auch in einem Club regelmäßig kleine Gigs. Das Publikum sei laut Meyer überschaubar, "da muss man schauen, dass die Kosten gedeckt sind". Meyer arbeitet nebenbei als Booker für einen Salzburger Mitbewerber, der im Gegensatz zu Catapult die großen Konzerte veranstaltet: "Von ihm haben wir uns viel abgeschaut." Ab 2012 wird Catapult ohne Meyer auskommen - er widmet sich seiner Booker-Karriere. Catapult macht weiter, sagt Urbanek: "Wir wollen in Richtung Künstlervermittlung gehen."

Meilensteine: "Den Spaß nicht verlieren"

Wieso das Ganze?
Tom: Es ist unser aller Herzblut, unsere gemeinsame Leidenschaft. Benny: Um die Bands zu sehen, die uns taugen.

Die größten Hürden?

Dominik: Am Anfang war es schwierig, akzeptiert zu werden. Benny: Na ja, wenn man Absagen kriegt. Tom: Finanzielle Hürden gibt es schon.

Euer größtes Glück?
Alle: Dass wir uns gefunden haben.

Die größte Stütze?
Dominik: Die Konzertbesucher, die ja zu uns loyal sind, die Fans, die Familie. Benny: Freunde - es sind viele Freundschaften durch den Job entstanden.

Das haben wir gefeiert ...
Dominik: Wir feiern so oft ... Immer, wenn ein Konzert gut läuft. Tom: Bennys Matura haben wir gefeiert.

Wohin soll's gehen?

Tom: Nach oben - oder nach vorn, wie man's nimmt. Benny: Wir wollen davon leben können und den Spaß daran nicht verlieren.

(kurier) Erstellt am
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