Martin Winkelhofer leitet die Toastmasters in Niederösterreich

© KURIER/Gerhard Deutsch

Reportage
06/10/2015

Einen Toast auf die perfekte Rede

Gleichgesinnte üben bei den Toastmasters Rhetorik.

von Nicole Thurn

Franz Rech hat sich eine knifflige Aufgabe für seine Kollegen ausgedacht. Sie sollen eine Stegreifrede zum Titel eines Song-Contest-Songs halten. "Assoziiert einfach den vorgeschlagenen Titel", sagt er in Richtung Tisch. Dort sitzt eine Runde, die das Reden vor Publikum erlernen will. Es sind Mitglieder des internationalen Rhetorik-Klubs Toastmasters, der vor 90 Jahren in den USA gegründet wurde. Martin Winkelhofer und Markus Rieder haben die Toastmasters ins beschauliche Perchtoldsdorf in Niederösterreich gebracht. Hier kann man an zwei Donnerstagen pro Monat Reden schwingen – in geschützter Atmosphäre. Die Teilnehmer absolvieren mit der Zeit zehn aufeinander aufgebaute Rede-Übungen. Wer nicht vorträgt, darf Rhetorik, Inhalt und Körpersprache bewerten, die Füllwörter in den Vorträgen mitzählen oder auf die Redezeit achten. "Das Feedback muss immer konstruktiv sein", betont Martin Winkelhofer später.

Spontan

Jetzt ist Julia Matzinger an der Reihe. Sie ist zum ersten Mal dabei und soll eine Stegreifrede zu Serbiens Song "Beauty never lies" ("Schönheit lügt niemals") halten. Zwei Minuten hat sie dafür Zeit. Mit aufgeregter Miene tritt sie ans Rednerpult und erzählt über den Halo-Effekt, der schönere Menschen kompetenter wirken lässt. Matzinger studiert Englisch und Psychologie auf Lehramt und hat sich spontan für eine Teilnahme bei den Toastmasters entschlossen. An der Uni gebe es kaum Möglichkeit, das Reden vor Publikum zu üben. "Ich denke, dass das Üben vor Gleichgesinnten viel bringt", sagt sie. Davon ist auch Markus Rieder überzeugt. Er war zuvor vier Jahre beim Wiener Toastmasters-Klub aktiv. "Ich übe das Reden seit fünf Jahren und möchte noch immer etwas verbessern. Die Stegreifrede fällt mir eher schwer" , sagt er.

Nach den Stegreifreden folgen die vorbereiteten Reden. Susanna Arazli spricht über die Friedensnobelpreisträgerin Malala. Die angehende Sachverständige vor Gericht ist seit vier Monaten bei den Toastmasters: "Reden ist nicht meine Leidenschaft, die erste Rede hier war schlimm", sagt sie. Das konstruktive Feedback der anderen sei aber motivierend.

Am Ende werden die besten Reden und sogar der beste Bewerter bewertet. Die Preisverleihung sorgt für ausgelassene Stimmung. "Ich glaube, ich komme wieder", lacht Julia Matzinger.

Info:Die Toastmasters NÖ freuen sich über Mitglieder. rhetorikklub-noe.at

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