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Wirtschaft Karriere
09/25/2012

Die Superhirne wollen wieder heim

Vortrag: Michael Spindelegger sprach vor österreichischen Studenten in Harvard.

von Daniela Kittner

Schlanke 85.000 Euro müssen Eltern übrig haben, um ihrem Sprössling ein Jahr in Harvard zu finanzieren, sofern nicht der Staat mit einem Stipendium für besonders Begabte mithilft.
Andererseits können Absolventen der Renommier-Uni mit top-bezahlten Jobs rechnen. Sie gehören zur globalen Bildungselite.

Vizekanzler Michael Spindelegger hielt am Montag in Harvard einen Vortrag und nutzte die Gelegenheit zu einem Gedankenaustausch mit einigen Dutzend österreichischen Studenten an der Elite-Uni. Das interessante Ergebnis: Diese jungen Leute, die sich durch die Eliteschule durchgeboxt haben, würden durchaus gern wieder nach Österreich/Europa zurück – wegen der Lebensqualität – aber sie fühlen sich nicht gewollt bis unerwünscht. Das Gehaltsniveau für ausländische Forscher sei in Österreich zu niedrig, sagt einer. Es gebe auch zu wenige Forschungsstellen, sagt ein anderer. Ein Dritter meint, dass der Stellenwert der Forschung an sich in Österreich viel geringer sei als in den USA.

Superhirne

Spindelegger verwies darauf, dass Österreich das Problem erkannt habe und mit der Elite-Uni ISTA gegensteuere. Auch sei Österreich bemüht, die Forschungsquote weiter zu erhöhen. Dennoch bleibt die Frage: Warum leistet sich Österreich die Verschwendung, im globalen Bildungswettlauf auf Superhirne zu verzichten?

Anschließend an die Aussprache mit den Österreichern hielt Spindelegger einen Vortrag über Österreichs Politik in der Krise. Er strich Österreichs gute Arbeitsmarktdaten hervor und betonte, dass Österreich ein verlässliches und überzeugtes EU-Mitgliedsland ist. Gerade in den USA, wo immer wieder Kritik an Europa laut wird, betonte Spindelegger: „Der Euro gefährdet nicht die Zukunft Europas, im Gegenteil." Die Lehren, die man aus der Krise ziehe, würden zu einem besseren und stärkeren Europa führen. Noch heuer würde die EU eine europäische Bankenunion beschließen und sie werde auch die Demokratiedefizite beheben.

Dazu braucht es einen neuen EU-Vertrag, der von einem EU-Konvent erarbeitet werden muss. Die Vorbereitungen dazu laufen auf Hochtouren, auch die deutsche Bundeskanzlerin Angela Merkel sei dabei, ihren Widerstand gegen einen EU-Konvent aufzugeben, sagte Spindelegger. Bei der UNO Europa in Harvard, Europa bei der Generalsversammlung der UNO in New York. Gleich nach der Eröffnung – bei der Österreich durch Spindelegger und Bundespräsident Heinz Fischer vertreten wurde – gab`s schon das erste Europäer-Treffen.

Die EU-Spitzen Herman van Rompuy und Jose Manuel Barroso setzten sich mit einer Reihe von EU-Außenministern – darunter Spindelegger – zusammen, um ihre Vorschläge für das neue Europa abzugleichen. Es gibt ja ein „Präsidenten-Papier" und ein „Außenminister-Papier".

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