Wirtschaft | Karriere
08.01.2019

Die neuen Stars am Business-Himmel

Gründer mit 13, prämierte IT-Forscherin oder Haubenkoch mit 28: Diese jungen Menschen haben viel erreicht und noch mehr vor.

So unterschiedlich ihre Karrierefelder auch sein mögen, eines haben sie alle gemeinsam: Leidenschaft und Freude an der Sache. Der KURIER holt die Durchstarter 2019 vor den Vorhang.

Verena Fuchsberger (35)

Für außergewöhnliche IT-Forschung durch Frauen zeichnete die Stadt Wien sie im Oktober mit dem erstmals vergebenen Hedy-Lamarr-Preis aus.

Welchen Rat geben Sie jungen Frauen?
Seid leidenschaftlich und neugierig. Das gilt für junge Männer und Frauen, Letztere haben es aber oft schwerer.
 
Sie forschen an der Schnittstelle zwischen IT und Sozialwissenschaften. Was ist Ihre Stärke?
Interdisziplinarität. Diskurs ist dabei extrem wichtig. Man muss nicht immer einer Meinung sein, damit kann ich umgehen. Aber die Diskussion verschiedener Sichtweisen bringt uns weiter.

Sie haben eine kleine Tochter. Wie werden Technologien einmal ihr Leben bestimmen?
Sie wird mit anderem Selbstverständnis aufwachsen: Wir werden künftig nicht mehr so klar zwischen „normaler“ und digitaler Welt trennen. Ich erforsche, was Menschen dahingehend brauchen.

Enver Sirucic (36)

Deloitte hat den Bawag/PSK-Vorstand im November zum CFO Newcomer des Jahres gekürt.

Seit 2006 sind Sie bei der Bawag. Nächstes Ziel?
Ich fühle mich sehr wohl, wo ich im Moment bin. Es gibt noch sehr viele Dinge, die ich als CFO weiterentwickeln kann, insbesondere die Kombination zwischen Finance und Technology.

Was machen Sie anders als andere Finanz-Chefs?
Ich bin in der Bawag quasi aufgewachsen, kenne das Haus sehr gut. Dieses Domain-Knowledge,  die Fähigkeit, in die Tiefe gehen zu können, wird im Banking auch in anderen Bereichen an Bedeutung gewinnen.

Der Vorstand ist rein männlich. Planen Sie für 2019 Maßnahmen, um Spitzen-Frauen zu fördern?
Wir bekennen uns zu Diversity und haben bereits in den vergangenen Jahren einige Initiativen  ergriffen, wie etwa ein Mentoring für Frauen.

Petar Iliev (26)

Mitbegründer der zahlreich ausgezeichneten Bestell- und Bezahl-App „Getsby“, die jetzt europaweit expandieren will.

Sie haben Getsby zu Austrias Next Start-up 2018 gepitcht. Wie?
Mit Ehrgeiz und einem tollen Team, das immer hinter mir steht – man muss zusammenpassen und sich vor allem ergänzen. Und mit einer klaren Vision.

Was war Ihre wichtigste Auszeichnung?
Ich denke, die Austrias Next Start-up in Wien. Aber auch der deutsche Preis als Food Start-up 2018 in der Kategorie Service/ Financial war besonders. Es ist schön, auch in Deutschland Bestätigung zu bekommen.

Was sind Ihre nächsten Schritte?
Wir wollen in Österreich ein etabliertes Produkt werden und danach in den deutschsprachigen Raum expandieren. Weiteres Ziel sind  die Hauptstädte Europas.

Ihr größtes Wiedererkennungsmerkmal?
Ich bin fokussiert und ehrgeizig und nicht so einfach aus der Fassung zu bringen.

Max Spiess (13)

Er ist Österreichs jüngster Unternehmer und Verleger. Max Spiess konzipiert und vertreibt das Start-up PowerPointVorlagen.at und schreibt eine eigene Zeitung.

Woher wusstest du so früh, was du beruflich machen willst?
Ich hatte das eigentlich immer schon im Blut: Wenn ich eine Idee habe, will ich sie umsetzen. Ich habe aber nicht immer Powerpoint-Designs gemacht, sondern unter anderem auch Theaterstücke geschrieben. Ich schreibe auch eine kleine Zeitung.

Wie ist es für dich, so jung schon erfolgreich  und in den Medien präsent zu sein?
Es ist ein unglaublich cooles Erlebnis und für mich auch nicht selbstverständlich. Die Medienpräsentation hilft mir auch, weiterzukommen, sonst hätte ich es auch nicht so einfach.

Dein größtes Wiedererkennungsmerkmal?
Ich bin sehr ehrgeizig. Ich ziehe die Dinge durch und bleibe dran, damit sie richtig umgesetzt werden.

Margot Deerenberg (36)

Mit dem Verein Paradocks sucht die Niederländerin (rechts im Bild) innovative Zwischenlösungen für Gebäudeleerstand.

In Wien steigen die Immobilienpreise, gleichzeitig stehen Gebäude phasenweise leer. Wie wichtig sind Projekte wie Paradocks in Zukunft?
Wir helfen Start-ups, die kurzfristig einen leistbaren Ort  mit flexiblen Bedingungen suchen. Mein Ziel: Die Nutzung leer stehender Räume  soll normal sein. Hier gibt es noch viel Potenzial.

Mit dem Packhaus am Heumarkt startet 2019 der erste Co-working-Space für Frauen. Warum?
Das Packhaus ist mehr als ein Co-working-Space. Hier wird Aktivitäten von Frauen für Frauen Platz geboten. Trans-Gender ist dabei mitgemeint.

Ihr Karriereziel 2019?
Mein Team und ich werden weiterhin auch viel forschen. Vorerst freue ich mich  aber auf das Packhaus, für das wir 2019 ganz viele Frauen motivieren möchten.

Klemens Schraml (28)

2016 erhielt der Koch einen Michelin-Stern, nun eröffnete er sein  Restaurant „Rau“ in Großraming.

So jung schon einen Michelin-Stern zu haben: Was bedeutet Ihnen das?
Ich freue mich sehr – es ist eine internationale Auszeichnung. Möglich gemacht hat es aber das Hotel „The Omnia“, denn einen Stern kann man nicht alleine kochen. Das ist mit hohen Kosten verbunden.

Was dürfen Gourmets 2019 von Ihnen erwarten?
Wir wollen zwei Wirtshausklassiker neu interpretieren, aber auch die Fisch- und die vegetarische Küche aufpolieren.

Ihr größtes Wiedererkennungsmerkmal?
Die Liebe zum Beruf. Ich koche für mein Leben gern und bin sehr interessiert am guten Geschmack.  Vor allem mag ich aber das Experimentelle und verschiedene Leitsätze, nach denen ich arbeite.