Wirtschaft | Karriere
01.12.2017

Die lustigen Geheimnisse der HR-Chefs

Personalverantwortliche erleben filmreife Situationen. Etwa, wenn sich Enterprise-Kapitän James T. Kirk bewirbt. Begegnungen wie diese wurden nun in Buchform veröffentlicht. Eine Auswahl.

Jahrelang sagten sich die Autoren: "Darüber müssen wir ein Buch schreiben." Der Nachsatz: "Wenn einmal Zeit dafür ist." Die Zeit war gekommen. Vergangene Woche erschien das Buch "Humour Resources" (Career Verlag), eine Sammlung von schrägen und filmreifen Momenten, die sich in den Human Resources-Abteilungen in Österreich, der Schweiz und Deutschland in den vergangenen Jahren zugetragen haben. Hier eine Auswahl von Anekdoten:

Bewerbung aus anderen Sphären

Ein Einzelhändler suchte einen Space Manager und war, ob der wenig geläufigen Job-Bezeichnung, auf allerlei Fragen gefasst. Doch was dann eintrudelte, darauf war er nicht vorbereitet: Eine Bewerbung von einem gewissen James Tiberius Kirk. Für alle nicht Trekkies: Das ist der Kapitän des wohl bekanntesten Raumschiffs aller Zeiten, der USS Enterprise NCC-1701 – um ganz korrekt zu sein. In seinem Lebenslauf listete der Bewerber penibel seinen Werdegang auf, beim Besuch der Sternenflottenakademie angefangen, bis zu dem Tag, als er Kommandant der Enterprise wurde. Am Ende des Lebenslaufs schrieb er: "Aufgrund meiner bisherigen Erfahrung halte ich mich für qualifiziert, die Stelle als Space Manager zu übernehmen." Der HR-Manager hätte den Bewerber gerne kennengelernt, doch zu seinem Bedauern war der Verfasser nicht ausfindig zu machen.

Verliebt bis ins kleinste Detail

Michaela Lackinger ist Personalverantwortliche in einem Unternehmen in der Bauindustrie. Sie hatte eine Assistenzstelle zu besetzen und bekam flugs – wie erwartet – eine Flut von Bewerbungen zugesendet. Eine davon stach ihr besonders ins Auge: Eine junge Frau hatte ihre Unterlagen, wie einst Reese Witherspoon im Blockbuster "Natürlich blond", in die schönsten Rosatöne getaucht. Zudem waren die Seiten mit liebevollen, schnörkeligen Verzierungen versehen. Doch das war noch nicht das verblüffende Detail: Als Familienstand gab die 18-Jährige den Status "verliebt" an. Michaela Lackinger musste ihr leider eine Absage erteilen. Ob ihr das das Herz brach? Wer bis über beide Ohren verliebt ist, der steckt eine Absage jedenfalls leichter weg.

Manager auf SM-Kurs

Ein Dienstleistungsunternehmen mit 3300 Mitarbeitern hatte einen Posten als Geschäftsführer für eine neue Tochtergesellschaft in Osteuropa zu besetzen. Eine heikle, da repräsentative und verantwortungsvolle Stelle, für die die Bewerber von HR-Verantwortlichen in aller Regel gründlich durchleuchtet werden. Der Kandidat, der den Job bekam, bestand alle Prüfungen, imponierte durch sein Auftreten und besiegelte seinen Vertrag, so wie es sich auf dieser Ebene gehört, mit einem Montblanc-Stift. Doch es dauerte nicht lange, bis sich der vermeintliche High Performer als Riesenniete herausstellte: Er missachtete den Verhaltenskodex des Unternehmens und nahm es auch mit dem Gesetz nicht ernst. Er wurde umgehend entlassen. Das war aber noch nicht alles. Kurz nach der Entlassungs-Szene wurden die Personalverantwortlichen vom Vermieter, der von ihnen im Ausland finanzierten Managerwohnung, angerufen. Er schrie ins Telefon, dass er die Kosten für die Renovierung nicht übernehmen wolle. Der Ex-Manager hatte sein Schlafzimmer – so kurz er auch in Amt und Würden war – in eine Sadomaso-Kammer verwandelt, die den Machern von "Fifty Shades of Grey" Schamesröte ins Gesicht gezeichnet hätte.

Das doppelte Lottchen

Burkhard Hanke lässt sich als Chef-Recruiter in einer großen Unternehmensberatung in München nur selten aus der Bahn werfen. Doch als ihm eineiige Zwillinge bei einem Bewerbungsgespräch gegenüberstanden, war er ratlos. Denn sie glichen einander nicht nur in ihrer Gestalt, auch ihre Lebensläufe waren ident. Beide waren zudem eloquent und professionell und beide hätten auf den Job gepasst. Wer also sollte den Job bekommen? Burkhard Hanke hatte nur eine Stelle zu besetzen. Weil er die Entscheidung nicht treffen konnte, wollte er sie den Zwillingen überlassen. Doch zu seiner großen Überraschung weigerten sie sich: Sie hatten bisher alles gemeinsam gemacht, von der Schule bis zu den letzten Jobs. Sie würden also auch jetzt nur im Doppelpack für diesen Job zur Verfügung stehen.