Wirtschaft | Karriere
13.07.2017

Der erste Tag: Wie man Berufseinsteigern den Anfang leicht macht

Heute ist der große erste Tag. Wer als Vorgesetzter diese Empfehlungen befolgt, wird mit Einsteigern und Praktikanten keine Probleme haben.

1. Mentor bestimmen

In einem Architekturbüro in Wien wird das so gemacht: Der Neuankömmling bekommt für vier Wochen einen Mentor zur Seite gestellt. Mentor ist, wer Kapazitäten hat und im besten Fall kein Sozialtorpedo ist. Was der Mentor macht? Die banalsten Dinge: Er stellt den Neuen den Kollegen vor, gibt ihm Informationen über Produkte, Kunden, Abläufe und Büropolitik. Der Neue läuft zu Beginn im Tagesgeschäft mit, übernimmt in den kommenden Wochen sukzessive Aufgaben und erste Projekte. Der Mentor steht für Fragen zur Seite, kontrolliert und gibt Feedback – am besten zu festen Zeiten, damit auch der Mentor seinem daily business nachgehen kann.

2. Neuankömmling abklopfen

In Lebensläufen, Motivationsschreiben, Jobinterviews und Social-Media-Profilen zeigt jeder seine Butterseite und spart Negatives aus. Daher in den ersten Tagen abklopfen, was der Neuankömmling wirklich kann und Fragen über seine vorangegangenen Tätigkeiten stellen, telefonieren lassen, Ideen abklopfen. Für verantwortungsvolle Projekte ist es noch zu früh, aber den Neuen zum Kaffee holen einspannen, ist gar wenig vertrauensvoll. Fordern Sie ihn und unterstützen Sie das Engagement und Feuer für die neue Arbeit. Aber erden Sie ihn auch und helfen Sie ihm dabei, sich auf das Wichtige zu konzentrieren.

3. Klar kommunizieren

Das Tätigkeitsfeld ist zwar im Arbeitsvertrag dokumentiert, wie der Hase tatsächlich läuft, muss aber deutlich ausgesprochen werden: Arbeitszeiten, Erwartungen, Aufgaben, Verantwortlichkeiten, Pflichten, Spielraum, Möglichkeiten klar abstecken. Gibt es Schwierigkeiten mit dem Neuen (wie mangelnde Pünktlichkeit, Verlässlichkeit, Geduld) oder ist ihm ein Fehler passiert, sollte das besprochen werden. Konstruktives Feedback geben, damit er etwas daraus lernen kann. Und: Loben, loben, loben – die Neuen können sich zu Beginn noch schwer einschätzen.

4. Ernst nehmen

Nehmen Sie den Neuen bei der Hand, aber auch Ernst. Denn die Jungen haben, wenn sie gut rekrutiert wurden, etwas drauf und sind kein Dummchen, sie bringen die für Unternehmen so wichtige Außensicht mit und frische Ideen – und sie werden über ihre neue Firma sprechen. Also präsentieren Sie sich als moderner Arbeitgeber und zeigen sich für die Zukunft gut aufgestellt und positiv gestimmt. Was junge Talente beeindruckt? Laut der aktuellen Universum-Studie ist das Prestige, Internationalität, Innovation, ein Auto, Reisen, Geld und Sicherheit.