Betreuung am Arbeitsplatz der Eltern

Kinderfreunde, Verkehrsbüro
Foto: KURIER/Franz Gruber Kinderfreunde, Verkehrsbüro

Viele Unternehmen nehmen die Betreuung von Mitarbeiterkindern an Ferien- und schulautonomen Tagen mittlerweile selbst in die Hand. Was sie davon haben? Zufriedene und hoch motivierte Mitarbeiter.

Kinder haben dort, wo ihre Eltern arbeiten, eigentlich nichts verloren. Doch in Ermangelung anderer Betreuungsmöglichkeiten werden sie an bestimmten Tagen vor Ort betreut, damit Mütter und Väter ihrer Arbeit nachgehen können. Mit dem Schulbeginn beginnt für berufstätige Eltern wieder die Frage, wie jene Tage, die zwar schul- aber nicht arbeitsfrei sind, überbrückt werden können. Das sind neben Sommer-, Weihnachts- und Osterferien auch schulautonome Tage. Nicht immer sind Großeltern greifbar, die einspringen können. Diese Lücke füllen nun zunehmend Arbeitgeber, damit ihre Mitarbeiter trotz Betreuungspflichten arbeiten können. Dazu stellen die Betriebe Räumlichkeiten und Verpflegung zur Verfügung. Die Betreuung wird von den "Wiener Kinderfreunden aktiv" gestaltet.

12 Firmen nutzen Angebot bereits

Kinderfreunde, Verkehrsbüro Foto: KURIER/Franz Gruber Derzeit nutzen T-Mobile Austria, Generali Versicherung, Verkehrsbüro Group, Med Uni Wien, FH Campus Wien, ÖAMTC, Kunsthistorische Museum Wien und viele andere Betriebe dieses Service. Die Dauer kann individuell gewählt werden, zwei Wochen im Sommer oder an einzelnen Tagen. Das Programm wird auf das Alter der Kinder und die Anzahl abgestimmt. Betreut werden Kinder von drei bis 12 Jahren. Eine Woche für 17 Kinder zwischen 6 und 10 Jahren, betreut von acht bis 17 Uhr, von drei Personen, ohne Essen und Ausgaben für Ausflüge kostet rund 5000 Euro. "Die Ferienbetreuung für Kinder von Mitarbeitern an Betriebs-Standorten wird von immer mehr Unternehmen nachgefragt", sagt Gerhard Schuster, Leiter des Veranstaltungs-Service von Wiener Kinderfreunde aktiv. "Unser Team setzt es bereits für zwölf Unternehmen und Organisationen in Wien um. Nahezu jede Firma, die es ausprobiert hat, ist dabei geblieben."

Kosten

Die Unternehmen übernehmen meist die gesamten Kosten, einige verlangen einen Selbstbehalt von den Eltern. "Wir haben 2013 begonnen, Kinder von Mitarbeitern an schulfreien Tagen zu betreuen. Heute sind es 22 Kinder, die an schulfreien Tagen wie Oster-, und Pfingstdienstag sowie am 2. November betreut werden", sagt Katja Bernstein-Andrä, HR-Businesspartner der Generali Versicherung. Zum zweiten Mal hat heuer die Verkehrsbüro Group Unterstützung in den Ferien angeboten. "15 Kinder wurde eine Woche lang betreut. Für die Eltern kostete das 80 Euro pro Kind, den Rest finanzierte das Unternehmen", sagt Yasmin Aziz-Trebesiner, Leiterin Personalentwicklung & Recruiting der Verkehrsbüro Group. "Warum wir das machen: Wir haben einen Frauenanteil von 70 Prozent und wollen unsere Mitarbeiterinnen unterstützen. Nun soll das Projekt sogar ausgeweitet werden."

(kurier) Erstellt am
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